Ein Naturphänomen

Gewitter kommen vor allem im Sommer sehr oft vor. Es muss dafür heiß und schwül sein, die Luft muss also eine hohe Feuchtigkeit haben. Dann heizt die Sonne nicht nur bei dir ein, sondern auch der Erdboden heizt so stark auf, dass Wasser verdunstet. Das bedeutet, dass eine große Menge Wasser aus dem Boden sich in gasförmiges Wasser verwandelt. Durch diese feuchtwarme Luft heizt sich die Luftschicht über dem Boden auf. Weil die warme Luft immer leichter ist als kalte Luft, steigt die warme Luft auf. Je höher sie dabei kommt, desto mehr kühlt sie wieder ab. Dadurch entsteht eine sogenannte Kumuluswolke: Durch die Abkühlung wird aus dem gasförmigen Wasser wieder flüssiges Wasser. Es regnet aber noch nicht. Die kleinen Wassertröpfchen sind noch so leicht, dass sie schweben können.

Gewitter
Wenn im Sommer ein Gewitter droht, türmen sich dunkle Wolken am Himmel auf

Blitze erzeugen Strom wie 250.000 Fernseher

Je nachdem, wie feucht die Luft ist und wie warm es ist, steigt das kondensierte Wasser noch weiter auf bis es so stark abkühlt, dass die Tröpfchen gefrieren. In einer Höhe von circa zwölf bis 18 Kilometern entsteht eine dachförmige Wolke, die aus winzigen Eiskristallen besteht. Die Wolke türmt sich auf. Dabei reiben die Wasserteilchen aneinander und laden sich elektrisch auf. Die Wolke ist nun oben kälter als unten. Die Eiskristalle sammeln sich deshalb im oberen Teil der Wolke als positive Ladung, und die Tropfen sammeln sich im unteren Teil als negative Ladung.

Zwischen positiv und negativ entsteht eine elektrische Spannung, die sich in Form von Blitzen entweder innerhalb der Wolke oder am Boden entlädt. Dabei fließt elektrischer Strom und der leuchtet, weil er mehrere tausend Grad heiß ist. Der Strom ist außerdem extrem stark, denn er  kann bis zu 100.000 Ampére erreichen. Das ist so stark wie der Strom von rund 250.000 Fernsehern.

Lichtgeschwindigkeit und höllische Hitze

Doch warum donnert es jetzt auch noch? Da die Luft um den Blitz etwa 30.000 Grad heiß ist, dehnt sie sich aus. Das löst eine Druckwelle aus, die sich mit einer Schallgeschwindigkeit von circa 343,2 Metern pro Sekunde fortbewegt. Diese gewaltige Kraft nehmen wir am Erdboden als Donnergeräusch wahr. Diese Schallgeschwindigkeit ist zwar sehr schnell, aber die Lichtgeschwindigkeit ist noch viel schneller. Der Donner kommt daher grundsätzlich immer erst nach dem Blitz – die Schallgeschwindigkeit hat keine Chance.

Du kannst ausrechnen wie weit ein Gewitter entfernt ist: Zähle die Sekunden zwischen Blitz und Donner, teile sie durch drei und heraus kommt die Kilometerzahl, die dir sagt, wie weit das Gewitter entfernt ist.

Gewitter
1, 2, 3 … du kannst zählen, wie weit das Gewitter entfernt ist

Aber Vorsicht!

Dieses Naturspektakel ist unglaublich spannend zu beobachten. Doch Blitze sind auch sehr gefährlich: Wenn ein Blitz einen Menschen trifft, kann das durch die elektrische Ladung nicht nur sehr schwer verletzen, sondern auch tödlich sein. Du musst vor Gewittern deshalb aber keine Panik haben. Du solltest nur wissen, wie und wo du bei einem Gewitter vor Blitzen geschützt bist.

Grundsätzlich gilt bei einem Gewitter: Blitze suchen sich immer den kürzesten und den am besten leitenden Weg zum Boden. Das heißt, du solltest dich beispielsweise von Bäumen und von leitenden Materialien fernhalten. Wenn du im Freibad bist und die Wolken werden ganz dunkel, dann solltest du das Freibad bald verlassen. Wasser leitet den Strom der Blitze. Wenn du dich in der Nähe eines offenen Gewässers befindest, ist das gefährlich. Auch solltest du dich von Gegenständen aus Metall fernhalten, denn das zieht Blitze an. Auch freie Felder können gefährlich sein.

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Ein Blitzableiter zieht den Blitz an und leitet die elektrische Ladung in den Boden; Bild: www.shutterstock.com / borzywoj

Das Auto als Blitzableiter

Am allersichersten bist du aber in Gebäuden. Damit der Blitz nicht einschlagen kann, haben die allermeisten Häuser heute einen Blitzableiter. Er zieht die Blitze zunächst an, um sie dann in den Boden abzuleiten. Deshalb ist er auf den Dächern der Häuser angebracht und hat eine Spitze aus einem Metalldraht. Dieses Metall muss so stark sein, dass es von einem Blitz nicht beschädigt werden kann. Über die sogenannte Fangleitung führt die elektrische Ladung in den Boden und trifft dort auf eine Erdleitung aus Platten und Kupfernetz.

Gewitter
Beim Auto verteilen sich die elektrischen Ladungen des Blitzes auf der Oberfläche des Metallkäfigs

Ähnlich kann auch ein Auto als Blitzableiter fungieren und ist bei Gewittern  deshalb sehr sicher.  Autos wie die der Daimler AG sind von Metall umrahmt, das den Blitz ableitet. Der englische Physiker Michael Faraday fand einmal heraus, dass sich elektrische Ladungen auf der Oberfläche des „Metallkäfigs“ verteilen, ohne in den Innenraum durchzudringen. Man nennt diese Metallumrahmung deshalb auch „Faradayschen Käfig“. Wenn man vom Blitz getroffen wird, fließt der Strom über diesen Käfig in die Erde ab. Trotz dieser Sicherheit sollte man sich bei einem Gewitter nur im stehenden Auto aufhalten, da die Gefahr besteht, dass die Reifen platzen.

Fata Morganas gibt es nicht nur in der Wüste – du siehst sie im Sommer auch, wenn du im Auto auf den Straßen unterwegs bist. Oft kannst du an solchen Tagen auch ein Flimmern knapp über der Straße beobachten.

Wie entsteht Hitzeflimmern?

Die Pfütze und das Flimmern entstehen auf die gleiche Weise. Die Sonnenstrahlen erhitzen den dunklen Asphalt sehr schnell und stark. Dadurch erwärmt sich die Luft darüber und dehnt sich aus. Das bedeutet, sie wird dünner und leichter. Sie steigt an und macht der kühleren Luft unter sich Platz, die ebenfalls ansteigt und so weiter. Zum Teil mischt sich die aufgeheizte Luft aber auch wieder mit der kühleren Luft. Dadurch wird sie wieder schwerer und sinkt ab.

Die Folge ist, dass die Luft nicht gleichmäßig ansteigt, sondern völlig unregelmäßig. Es entstehen verschieden warme Temperaturschichten.

Fata Morgana
Lichtstrahlen und warme Luft verursachen die flirrende Täuschung /Bild: Alberto Loyo, www.shutterstock.com

Das optische Phänomen

Doch dieser unregelmäßige Anstieg und die verschiedenen Temperaturschichten allein verursachen noch nicht das Flimmern. Dazu braucht es noch einen anderen wichtigen Bestandteil – das Licht. Die Lichtstrahlen bewegen sich durch unterschiedliche Dichtebereiche. Die wärmere Luft durchdringen sie besser, als die kühlere Luft. Dazu kommt, dass die Lichtstrahlen an der Grenze zwischen warmer und kalter Luft brechen – und das auch wieder unterschiedlich schnell. So entsteht das „Flirren“ über der Straße.

Die Luftspiegelung täuscht – oder doch nicht?

Manchmal sehen wir aber auch eine Spiegelung auf der Straße, die ähnlich aussieht wie die Wasserspiegelung eines Sees. Über der Straße sind unterschiedlich dichte Luftschichten, das haben wir ja schon festgestellt. Ab und zu reflektiert das Licht – und auf der Straße wird beispielsweise eine Spiegelung des Himmels sichtbar.

Bei einer Fata Morgana in der Wüste passiert dasselbe: Durch die gebrochenen Lichtstrahlen entsteht eine Luftspiegelung. Völlig eingebildet ist eine Fata Morgana daher nie. Das Objekt, das du gespiegelt siehst, ist da. Nur eben oft sehr weit weg und nicht an der Stelle, an der du es sehen kannst.

Fata Morgana
Bei einer Autofahrt an einem heißen Tag kannst du kleine Seen auf der Straße beobachten

Voraussetzung für die Phänomene ist einerseits die Windstille. Bei Wind würde die Wärme weggeblasen werden. Außerdem muss die Fläche, die spiegelt oder auf der es flimmert, heißer sein als die Luft darüber. Du kannst die Phänomene daher auch über einem Grill oder über den laufenden Triebwerken eines Flugzeugs beobachten.

Für die verschiedenen optischen Erscheinungen gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Bei einer Spiegelung spricht man oft von „schwimmendem Asphalt“. Sonst nennt man das Phänomen „Asphaltflimmern“, „Hitzeflimmern“ oder „Asphaltflirren“.

 

Beitragsbild: Galyna Andrushko, www.shutterstock.com
Bild: Daimler AG