Alle LKWs die du bisher gesehen hast, haben eine Sache gemeinsam: Sie sind sehr viel größer als ein normales Auto. Ist ja auch logisch, schließlich müssen LKWs große Mengen von einem Ort an den anderen transportieren können und brauchen dafür ordentlich Platz.

Damit der Fahrer sehen kann, was sich während der Fahrt rechts und links von ihm befindet, gibt es Seitenspiegel. Wenn du auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz sitzt, kannst du sie durch das Fenster außen sehen. Sie spiegeln das, was sich auf der Straße neben dir befindet. Trotz der Rückspiegel gibt es manchmal Situationen, zum Beispiel beim Abbiegen, in denen Fußgänger oder Fahrradfahrer übersehen werden können – damit es nicht zu einem Unfall kommt, ist technische Hilfe hierbei sinnvoll.

Abbiegeassistent: Ein Müllfahrzeug im Stadtverkehr muss besonders auf Fußgänger und Radfahrer achtgeben. Assistenzsysteme helfen dem Fahrer dabei.
Gerade im Stadtverkehr kann es zu brenzligen Situationen kommen. — Bild: Daimler AG

Das Warnsystem

Stell dir vor, im Fahrzeug sitzt ein weiterer Beifahrer, der für den Fahrer nach anderen Verkehrsteilnehmern Ausschau hält und ihn warnt, bevor es zu einem Unfall kommt.

Ein Abbiegeassistent ist genau das –  nur dass kein Mensch auf die Straße schaut, sondern eine Kamera und Sensoren.

Wie genau funktioniert ein Abbiegeassistent?

An Stelle eines echten Menschen, der für den Fahrer Ausschau hält, ist eine Kamera am LKW angebracht. Diese Kamera sieht noch viel mehr als der Fahrer durch den Rückspiegel und erkennt alle Menschen, die sich in der Nähe des Fahrzeugs bewegen.

Wenn die Kamera einen Fußgänger erkannt hat, der sich gefährlich nah am LKW befindet, so erscheint ein Warnsignal – das heißt, im Fahrzeug leuchtet ein gelbes Licht auf. Der Fahrer weiß nun: “Jetzt muss ich aufpassen und langsamer fahren, denn jemand befindet sich neben mir!”

Droht ein Zusammenstoß zwischen dem Fußgänger und dem LKW, leuchtet ein rotes Licht auf und ein Alarmton ertönt. Spätestens wenn der Fahrer dieses Signal hört, muss er auf die Bremse drücken, sodass niemandem etwas passiert.

Doch der Assistent kann noch mehr

Die Kamera und die Sensoren können Fußgänger sehr schnell erkennen. Bevor ein Unfall passiert, können diese nicht nur warnen, sondern sogar selbstständig anfangen zu bremsen. Der Abbiegeassistent soll damit nicht nur dem Fahrer helfen, sondern auch den gesamten Straßenverkehr sicherer machen.

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Viele Punkte zur Sicherheit

Der Anschnallgurt gilt als eine der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts. Bereits im Jahre 1902 wurde im Geschwindigkeits-Rekordwagen Baker Torpedo der erste Sicherheitsgurt eingebaut und rettete bei einem gescheiterten Rekordversuch direkt das Leben der Insassen. Von dort an entwickelte man die Anschnalltechnik weiter – in verschiedenen Ausführungen: Heute kennst du aus dem Flugzeug die sogenannten Beckengurte mit zwei fixierten Punkten links und rechts der Hüfte. Bei Pilotensitzen und im Rennsport kommen häufig Vier- oder auch Fünfpunktgurte vor, die zusätzlich noch über beide Schultern gehen. Und bei Autos hat sich der Dreipunktgurt etabliert. Seit 1974 besteht eine Einbaupflicht bei Neuwagen – seit 1976 auch die Anschnallpflicht. Unfallforscher gehen davon aus, dass dadurch die Gefahr von tödlichen Verletzungen um bis zu 50 Prozent verringert werden kann.

Sicher ist nicht sicher genug

Beltbag
Das Prinzip vom klassischen Anschnallgurt ist bekannt und nach wie vor sehr sicher

Das Material und die Technik des klassischen Dreipunktgurtes ist bekannt: Die sogenannte Gurtzunge des aus etwa 30.000 Polyesterfäden verwobenen Gurtes rastet beim Anschnallen im Gurtschloss ein. Wenn es zu einem Unfall kommt und der angeschnallte (Mit-)Fahrer nach vorne gedrückt wird, blockiert der Aufrollmechanismus und die Person wird im Sitz gehalten.

Über die Jahre wurde dieses zuverlässige System mit Gurtstraffern oder Gurtkraftbegrenzern weiter optimiert. Doch nach wie vor sehen Entwickler im Sicherheitsgurt ungenutztes Potential und feilen weiter am perfekten Halteband. Die neueste Entwicklung: eine Kombination aus Gurt und Airbag.

Luft im Gurt

Konzept
Beim Beltbag wird der Anschnallgurt wie ein Airbag aufgeblasen

Beltbag nennt sich der neueste Clou der Gurtentwickler von Daimler. Er soll das Verletzungsrisiko noch weiter sinken. Kombiniert wurde dabei die etablierte Airbag-Technik mit den bekannten Funktionen des Sicherheitsgurtes: Wie wir dir in einem anderen Artikel bereits erklärt haben, erkennen bei einem Unfall die sogenannten Crash-Sensoren den Aufprall und das Airbag-Steuergerät wird ausgelöst. Doch neben des normalen Airbags wird beim Beltbag-System jetzt auch noch Luft in die Anschnallgurte gepumpt. Dadurch verbreitert sich der Gurt auf seine dreifache Größe. Die auf den Körper wirkenden Kräfte verteilen sich jetzt auf den ganzen Körper und noch gleichmäßiger auf den Knochenbau – deutlich mehr Sicherheit und auch mehr Komfort sind die Folge.

Das Anschnallen selbst funktioniert dabei wie bisher auch, allein das Material des Beltbags wirkt durch die integrierten Luftpolster weicher und lässt sich bequemer tragen – auch im normalen Zustand. Allerdings kommen die genialen Gurte nur auf der Rückbank zum Einsatz. Der Grund: Hinten gibt es keine frontal wirkenden Airbags. Auf den Vordersitzen Air- und Beltbags zu kombinieren, wären dann doch ein paar Luftpolster zu viel.

Weitere Upgrades in Planung

Gasgenerator
Der Gasgenerator ist für die Luftbefüllung der Gurte zuständig

Aktuell haben die Beltbags jedoch noch mit ein paar Problemchen zu kämpfen: Genau wie bei den klassischen Airbags werden die Straffer und der Gasgenerator für die Luftzufuhr pyrotechnisch gezündet. Das bedeutet, dass der Vorgang nur ein einziges Mal funktioniert – nach einer Zündung muss das System ausgetauscht werden. Deshalb soll die Pyrotechnik schon bald durch winzige elektronische Motoren ersetzt werden. Damit könnten die Beltbags immer wieder und ohne Austausch zum Einsatz kommen.

Durch eine integrierte Elektronik könnten sogar noch mehr Upgrades vorgenommen werden: zum Beispiel eine individuelle Anpassung der wirkenden Kraft an Gewicht und Größe des Passagiers. Bis es dazu kommt, werden sicher noch ein paar Jahre vergehen – luftgepolsterte Anschnallgurte wirst du jedoch schon ab jetzt in immer mehr Autos finden können.

 

Bilder: Daimler AG