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Prof. Dr. Christian Mohrdieck lädt Genius sozusagen in sein Arbeitszimmer ein. Aus dem Home Office erzählt er im virtuellen Interview Spannendes rund um die Brennstoffzelle und die Arbeit daran: Was das ist, worauf man dabei achten muss und was es auch für die Ingenieurinnen und Ingenieure Neues zu lernen gibt. Dabei verrät er auch die eine oder andere interessante Anekdote aus seinem Berufsleben.

 

„… und dann hat der ganze Vorstand Eis gegessen.

Prof. Dr. Christian Mohrdieck über den coolsten Moment im Beruf

 

Der Antrieb per Brennstoffzelle funktioniert ganz anders als bei einem Verbrennermotor: Das Brennstoffzellenauto fährt nur mit Wasserstoff. Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff, den das Auto aus der Luft zieht, und erzeugt dabei elektrische Energie, die wiederum das  Auto vorantreibt. Dabei entstehen keine Abgase, sondern es kommt tatsächlich nur Wasser aus dem Auspuff! Das ist richtig gut für die Umwelt und sorgt für mehr Nachhaltigkeit beim Autofahren.

 

Neue Technologie mit großem Nutzen

In Nabern, wo die Brennstoffzelle hergestellt wird, gibt es spannende Technologie zu bestaunen. // Foto: Mercedes-Benz

Doch die Brennstoffzelle kann noch mehr – es gibt zahlreiche Einsatzgebiete außerhalb der Autoproduktion, wo man sie einsetzen kann. Ein Beispiel sind sogenannte Notstromaggregate. Die braucht man, wenn der Strom aus der Steckdose einmal ausfällt. So ein Stromausfall kann auch richtig gefährlich werden – man denke nur einmal daran, wenn im Krankenhaus der Strom ausfällt, während gerade operiert wird. Da kann die Brennstoffzelle sogar Leben retten!

 

„Wenn man sich in der Schule für die Technik-Fächer interessiert […],
ist das eine sehr gute Voraussetzung dafür, dass man später auch Spaß an diesem Beruf hat.

Prof. Dr. Christian Mohrdieck

 

Prof. Dr. Christian Mohrdieck Managing Director cellcentric GmbH & Co. KG Prof. Dr. Christian Mohrdieck ist seit 1999 in Sachen Brennstoffzelle bei Daimler aktiv. Seit 2021 ist er als Managing Director bei cellcentric GmbH & Co. KG dafür verantwortlich, die Fertigung der Brennstoffzellen und damit die Elektromobilität auf die nächste Stufe zu heben und in die Zukunft zu führen. Außerdem lehrt er an der Universität Ulm, wo er im Jahr 2013 zum Honorar-Professor ernannt wurde, und an der Technischen Universität Wien

Platooning funktioniert ähnlich wie die Elefantenkompanie aus dem Dschungelbuch: Der erste LKW gibt das Tempo vor, alle anderen folgen. Dabei muss nur der Fahrer des vordersten Fahrzeugs lenken und Gas geben beziehungsweise bremsen. Die Lastwagen dahinter sind via WLAN mit dem ersten Truck vernetzt und Computer kümmern sich während der Fahrt um alles. Die hinteren LKW-Fahrer müssen dann nur noch die Instrumente überwachen – ähnlich wie ein Flugkapitän, der den Autopiloten eingeschaltet hat. Während der Fahrt wird dann ab und zu die Position in der Kolonne gewechselt, sodass jeder Mal die Führung übernimmt.

Theoretisch lassen sich auch ganz unterschiedliche Fahrzeuge via WLAN miteinander verbinden – ein LKW könnte beispielsweise während der Fahrt das Signal aussenden, dass er bereit ist, andere in seinen Windschatten zu nehmen. Bis zu neun Fahrzeuge können sich der Kolonne dann anschließen.

Weniger Sprit, mehr Sicherheit

Dank der WLAN-Verbindung zwischen den LKWs kann der Sicherheitsabstand zwischen zwei Trucks von 50 Metern auf 15 Meter verringert werden. Bremst der erste LKW, so funkt er nämlich automatisch den nächsten an, der dann ebenfalls bremst. Das Ganze geschieht blitzschnell – nämlich innerhalb von 0,2 Sekunden. Ein Mensch würde in dieser Situation mindestens eine Sekunde benötigen, um die Lage zu erfassen und auf das Bremspedal zu drücken. Ein Sicherheitsabstand von 15 Metern wäre ohne die automatischen Bremssysteme also viel zu gefährlich.

Der Vorteil bei der Sache: Durch den verringerten Abstand können die hinteren Laster im Windschatten fahren. Dieser entsteht ganz ähnlich wie der durch Licht erzeugte Schatten: Treffen Lichtstrahlen auf einen Gegenstand, werden sie gebremst und hinter dem Gegenstand gibt es kaum noch Licht. Es entsteht ein Schatten. Bei Luftströmen ist das genauso. Hinter einem Gegenstand – beziehungsweise einem vorausfahrenden LKW – ist kaum noch Wind und es entsteht der sogenannte Windschatten. Die LKWs müssen dann weniger Gas geben, um die Geschwindigkeit konstant zu halten. Das spart Sprit und schont die Umwelt.

Mithilfe von Platooning lässt sich so einiges an Sprit einsparen. — Bild: Pixabay

Außerdem wird es dank Platooning in Zukunft wahrscheinlich viel weniger Unfälle mit LKWs geben. Momentan kann es für die Fahrer nämlich manchmal noch sehr anstrengend sein, sich den ganzen Tag auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Gelegentlich lässt dann auch schon mal die Konzentration nach, was im schlimmsten Fall zu einem Zusammenstoß führen kann. Mithilfe von automatischen Bremssystemen wird das voraussichtlich viel seltener passieren.  

Tests auf amerikanischen Autobahnen

Bislang wird das Platooning-Verfahren noch nicht auf den öffentlichen Straßen genutzt, denn das System befindet sich noch in der Testphase. Daimler führt im US-Bundesstaat Oregon auf den Highways derzeit verschiedene Tests durch, die zeigen sollen, ob das System sicher ist. Die amerikanischen Autobahnen eignen sich für diese ersten Tests besonders gut, denn sie sind lang und gerade und der Verkehr kann fließen. Stundenlang geht es im selben Tempo voran. Unter diesen Bedingungen lässt sich das neue Verfahren am besten ausprobieren.

Auf Autobahnen in den USA wird das Platooning-Verfahren derzeit getestet. — Bild: Pixabay

Beitragsfoto: Daimler AG