„Künstliche Intelligenz“, kurz KI, das sind Computerprogramme, die menschliche Intelligenz nachahmen. Ziel ist es, Maschinen zu entwickeln, die selbstständig Probleme lösen, indem sie auf ihre Umwelt reagieren. Computersysteme sollen auf Fragen keine vorprogrammierte Antwort geben, sondern die Frage selber interpretieren und „intuitiv“ darauf reagieren.

Schon heute ist KI aus vielen Bereichen unseres Lebens nicht mehr wegzudenken. Auch du bist bestimmt schon mehrere Male mit künstlicher Intelligenz in Berührung gekommen, ohne es zu merken. Hast du schon einmal den Sprachassistenten deines Smartphones – also zum Beispiel Siri – etwas gefragt? Hinter dieser Technik steckt KI. Auch im Bereich Spiele wird sie eingesetzt. So kann man Schach zum Beispiel nicht nur gegen einen menschlichen Mitspieler spielen. Wenn niemand mit dir spielen will, kannst du auch gegen einen Schachcomputer antreten – und die zu besiegen ist gar nicht so leicht, im Gegenteil!

Genius Wissenscommunity von Daimler: Was ist künstliche Intelligenz? Wie funktioniert künstliche Intelligenz? Schachcomputer, selbstlernende Maschinen
Gegen einen Schachcomputer zu gewinnen, ist ganz schön schwer. — Bild: Pixabay

Und wie machen die Maschinen das?

Künstliche Intelligenz funktioniert mit „künstlichen neuronalen Netzen“: Das sind Programme, die die Funktionsweise des Gehirns nachahmen.

Sogenannte Neuronen verknüpfen die Nervenzellen im menschlichen Körper. Jeder Mensch hat unfassbar viele Neuronen – circa 20 Milliarden, die an vielen Stellen miteinander verbunden sind. Diese Verbindungen heißen Synapsen und diese bilden ein sehr komplexes Netzwerk. Auf diese Weise verarbeitet das Gehirn Informationen und ermöglicht dir zum Beispiel das Lernen. Dein Gehirn ist dabei theoretisch viel leistungsfähiger als jeder Computer – allerdings im Vergleich recht langsam.

Computer stellen diese Informationsverarbeitung des Gehirns durch künstliche neuronale Netze nach. Informationen werden als Input auf der einen Seite eingegeben, verarbeitet und das Ergebnis wird auf der anderen Seite als Output wieder ausgegeben. Solche Systeme setzen sich aus sogenannten Algorithmen zusammen. Hinter diesem Fachbegriff versteckt sich eine Aufeinanderfolge von verschiedenen Regeln in Computersprache, um Aufgaben zu lösen.

Genius Wissenscommunity von Daimler: Was ist künstliche Intelligenz? Wie funktioniert künstliche Intelligenz? Neuronale Netze, Nervenzellen, Algorithmen, selbstlernende Maschinen
So sehen Nervenzellen im menschlichen Gehirn aus. — Bild: Pixabay

Künstliche Intelligenz in der Automobilindustrie

Auch in der Automobilindustrie wird an KI geforscht, denn sie ist wesentlicher Bestandteil zukünftiger Mobilität.  Bereits heute sind die neuesten Auto-Modelle mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Viele Assistenzsysteme, zum Beispiel der Einparkassistent, funktionieren auf diese Weise. Im Bereich Bildverstehen werden in der Forschung große Fortschritte gemacht. Assistenzsysteme erkennen Radfahrer und Fußgänger auch dann, wenn die Straße regennass ist und spiegelt.

Die Zukunft sind nicht nur selbstfahrende Autos, sondern intelligente Fahrzeuge, die selber dazulernen, damit du künftig noch sicherer und gleichzeitig noch komfortabler unterwegs sein kannst.

Genius Wissenscommunity von Daimler: Was ist künstliche Intelligenz? Wie funktioniert künstliche Intelligenz? Fahrerassistenzsysteme, intelligente Autos, Einparkassistent
Auch Assistenzsysteme im Auto funktionieren mit Künstlicher Intelligenz. — Bild: Daimler AG

Beitragsbild: Pixabay

Mobilität ist wichtig

Hast du schon mal eine Fahrradpanne gehabt und warst so richtig aufgeschmissen? Du hattest es eilig, aber platte Reifen haben dir einen Strich durch die Rechnung gemacht? Deinen Eltern geht es mit ihrem Auto sicherlich manchmal ähnlich. Auch hier macht sich ein Defekt oft dann bemerkbar, wenn man es gerade am wenigsten gebrauchen können.

Genau wie du mit deinem Fahrrad, sind auch Unternehmen auf ihre Fahrzeuge angewiesen. Lkw sind für viele Unternehmen wichtige Transportmittel für ihre Waren und Produkte. Sie schaffen wichtige Bauteile oder Zutaten für die Herstellung der Firmenprodukte an. Gleichzeitig liefern sie die fertigen Produkte an Kunden aus. Ein Lkw-Fahrer ist deshalb während eines Arbeitstags oft unter Zeitdruck, da alles rechtzeitig am Ziel ankommen muss. Häufig bleibt für die Firma nicht viel Zeit, um regelmäßig zu kontrollieren, ob mit dem Lkw alles in Ordnung ist. Wenn dann auf einer Dienstfahrt mal eine Panne passiert, ist guter Rat teuer. Meist muss das Fahrzeug dann für viel Geld repariert werden und das dauert seine Zeit …

Mercedes-Benz Uptime
Der Lkw erkennt, wenn es ein Problem mit der Technik gibt und meldet das direkt an eine Mercedes-Benz Service-Organisation

Immer Up-to-Date

Der Autobauer Daimler möchte solche Überraschungen bei den Lkw künftig vermeiden. Sie sollen ab sofort selbstständig und frühzeitig erkennen, wenn es ein Problem mit der Technik oder eine drohende Panne gibt. Das Problem soll samt Lösungsvorschlag ermittelt und anschließend direkt an eine Service-Organisation von Mercedes-Benz weitergegeben werden. Die Service-Organisation kann dann den Kunden gleich benachrichtigen und im Falle eines größeren Defekts einen Werkstatt-Stopp direkt auf der geplanten Route des Lkw organisieren. Dabei kann sie nicht nur die Dauer der Reparatur vorhersagen, sondern sogar checken, ob die nächste Werkstatt die benötigten Ersatzteile auch vorrätig hat. Die Werkstatt kann dann die Reparatur schon vorbereiten, bevor der Lkw ankommt. Die selbstständige Organisation von Terminen in Autowerkstätten fällt für die Unternehmen somit weg.

Mercedes-Benz Uptime
Über die „FleetBoard Connectivity Plattform“ tauscht der Lkw seine technischen Daten mit den Service-Stellen aus

Daten in Echtzeit

Klingt super. Doch wie funktioniert das genau? Damit der Lkw Daten mit den Service-Unternehmen von Mercedes-Benz austauschen kann, benötigt er die sogenannte „FleetBoard Connectivity Plattform“. Das hört sich kompliziert an, ist aber eigentlich ganz einfach: In jeden neuen Mercedes-Benz Lkw wird ein Gerät eingebaut, das etwa so groß ist wie ein halbes Blatt Papier. Es kann die technischen Daten des Lkw senden und empfangen – und das in Echtzeit. Das bedeutet, dass der Austauschprozess im Falle eines technischen Fehlers nur wenige Sekunden dauert, da der Lkw seinen eigenen technischen Status rund um die Uhr überwacht und kontrolliert. Das kann er, weil seine Technik mit Sensoren und Kameras ausgestattet ist, die über die „FleetBoard Connectivity Plattform“ vernetzt und ausgewertet werden.

Intelligenter Lkw der Gegenwart

Doch das ist noch lang nicht alles. Bald soll es auch möglich sein, Defekte am Lkw von der Ferne aus gleich zu beheben. Das kannst du in etwa mit deinem Smartphone vergleichen. Auch hier löst der Hersteller technische Probleme, indem er eine neue Software aufspielt oder ein Software-Update macht.

Zwar möchte Daimler die selbstständigen Uptime-Lkw in Zukunft noch weiterentwickeln, das Uptime-System ist aber schon seit der IAA Nutzfahrzeuge 2016 hochaktuell. In zwölf verschiedenen europäischen Ländern sind die Lkw jetzt schon ihr eigener Herr, was die technische Wartung anbelangt.

Du bist interessiert, was es auf der IAA 2016 in Hannover sonst noch so zu sehen gab? Die Genius-Kinderreporter Emma und Nick zeigen es dir hier.

Bilder: Daimler AG

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Das Prinzip Carsharing

Carsharing bedeutet so viel wie „Auto teilen“. Die Grundidee ist einfach: Die meiste Zeit stehen Autos ungenutzt herum. Warum dann nicht mit mehreren Leuten ein Auto teilen und es so optimal nutzen? Dieses Prinzip wurde Ende der 1980er Jahren erstmalig in Deutschland erprobt und wird bis heute von verschiedenen Unternehmen angeboten: Man reserviert ein Auto des Carsharing-Unternehmens und kann es dann an einer Station abholen. Nach dem Ende der Fahrt wird es wieder an einer Station des Unternehmens abgestellt. Richtig flexibel ist das aber nicht: Denn der Vorteil am eigenen Auto ist ja grade, dass man es spontan, also auch ohne Reservierung, nutzen kann. Außerdem ist man nicht darauf angewiesen, dass eine „Station“ in der Nähe ist. Deshalb war Carsharing für viele Menschen bisher keine sinnvolle Alternative zum eigenen Auto. Das könnte sich jetzt ändern.

Eine kleine Revolution: car2go

Jetzt gibt es ein ganz neues Konzept: car2go. Es löst die beiden größten Probleme des Carsharings, denn car2go funktioniert ganz spontan und auch ohne Stationen. In Ulm hat Daimler ein groß angelegtes Testprojekt durchgeführt. Das neue Konzept war ein großer Erfolg und soll in den kommenden Jahren in weiteren Städten eingeführt werden. Doch wie funktioniert car2go genau?

Im Stadtgebiet von Ulm stehen und fahren heute über 200 Autos des Typs Smart fortwo CDI. Dieser Fahrzeugtyp ist klein und wendig, passt in jede Parklücke und ist außerdem sparsam im Verbrauch – doch dazu später mehr. Einmal bei car2go angemeldet, kann man das System jederzeit spontan nutzen. Egal wann und wo man in der Innenstadt von Ulm ein Auto benötigt; meist ist ein car2go Smart nur ein paar hundert Meter entfernt. Man kann einfach einsteigen und losfahren – und stellt das Fahrzeug auf einem beliebigen Parkplatz im Stadtgebiet wieder ab. Flexibler geht’s nicht.

Wer car2go nutzen möchte, registriert sich auf der Website www.car2go.com. Man bekommt dann einen Aufkleber, den man auf seinen Führerschein klebt. Der Aufkleber hat es in sich, denn darin steckt ein spezieller Chip. Will man car2go nutzen, hält man den Führerschein einfach an das Lesegerät hinter der Windschutzscheine eines car2go Smarts – und schon öffnet sich die Tür. Schnell noch die persönlich Geheimzahl eingeben und schon kann es losgehen. Die Kosten für die Fahrt werden vom Konto abgebucht und man braucht sich um nichts zu kümmern. Die car2go Mitarbeiter sorgen nicht nur für die regelmäßige Wartung der Fahrzeuge, sie werden auch regelmäßig betankt und gereinigt.

Smart  Car 2 Go
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Der car2go Smart

Die eingesetzten Smarts fortwo CDI sind besonders umweltfreundlich. Verbrauch und CO2-Ausstoß sind sehr gering – auch dank der Start-Stop-Automatik, die z. B. an einer roten Ampel den Motor ausschaltet und ihn beim Anfahren selbständig wieder anlässt. Alle car2go-Fahrzeuge haben außerdem ein Solardach. Es speist die elektrischen Geräte des Fahrzeugs. Außerdem wird die Batterie geladen – das reduziert den Treibstoffverbrauch um bis zu 10 %. Im Sommer kühlt das Solarsystem die in der Sonne geparkten Fahrzeuge automatisch.

Alle car2go-Smarts sind mit Satellitenortung ausgestattet. Das ist praktisch: Wenn ein Kunde nicht gleich ein freies Fahrzeug findet, kann er per Anruf, SMS oder Internet herausfinden, wo der nächste Smart zu finden ist.

Zukunftsfähige Mobilität

Das Ulmer Testprojekt hat gezeigt, dass car2go die Kunden begeistert und zukunftsfähig ist. Insgesamt hat car2go schon über 35.000 Kunden, die bisher mehr als eine halbe Million Leihvorgänge durchgeführt haben. Deshalb wird das System jetzt ausgebaut. In Hamburg rollen bereits die ersten Fahrzeuge und auch im Ausland gibt es car2go schon. In Austin, Texas in den USA gibt es sogar ein car2go-Programm, das ausschließlich auf Elektrofahrzeuge setzt.

Flexible Mobilität, die den Verkehr in der Innenstadt entlastet, kommt letztlich jedem Einzelnen zugute. Die Mobilität der Zukunft baucht wegweisende Ideen, die auf die Bedürfnisse der Menschen und den so wichtigen den Schutz der Umwelt gleichermaßen eingeht. Hier leistet car2go einen wichtigen Beitrag.