Ein Windkanal? Davon hast du bestimmt schon einmal gehört. Nicht jeder denkt dabei aber sofort an Autos. Dabei ist es äußerst wichtig, die Strömungseigenschaften eines Fahrzeugs zu überprüfen. In unserem Blogbeitrag erklären wir dir, was Windkanäle sind, wozu man sie braucht und warum sie für Autohersteller so wichtig sind.

Windkanal – was genau ist das?

Bevor ein neues Automodell wirklich auf der Straße gefahren werden darf, muss es der Hersteller in einem Windkanal auf aerodynamische und aeroakustische Eigenschaften testen. Was diese komischen Begriffe bedeuten? Ganz einfach: Bei der Aerodynamik misst man die Luftströmung und den Luftwiderstand eines Autos. Mehr Luftwiderstand bedeutet unter anderem einen höheren Spritverbrauch und bremst das Auto bei hoher Geschwindigkeit aus. Mit der Aeroakustik untersucht man die Geräusche, die der Fahrtwind an verschiedenen Autoteilen verursacht.
In einem Windkanal kann außerdem getestet werden, wie sich unterschiedliches Klima auf ein Auto auswirkt oder ob die Anbauteile bei hohem Fahrtwind stabil bleiben. Kennst du schon unser Kinderreporter-Video mit Emma und Nick im Klimakanal? Da haben die beiden innerhalb von kürzester Zeit heiße Sommertemperaturen sowie klirrende Kälte erlebt. Schau mal rein!

Wie funktioniert ein Windkanal?

Windkanäle können verschieden aufgebaut sein. Man entscheidet vor allem zwischen dem offenen und dem geschlossenen Windkanal. Bei einem offenen saugt eine Düse die Luft von  draußen in das Gebäude, bläst sie über das Auto und anschließend wieder aus dem Windkanal hinaus. Bei einem geschlossenen Windkanal wird die Luft im Kanal behalten und wie in einem Kreislauf immer wieder über das Auto geblasen.
Damit die Ingenieure erkennen, wie die Luft um das Auto fließt, wird Rauch oder Nebel in den Luftstrom gemischt. Außerdem kann Ruß oder Farbe dabei helfen, die Luftströmung sichtbar zu machen.

Welche Arten von Windkanälen gibt es?

Neben dem Aerodynamik- und Aeroakustik-Windkanal gibt es noch weitere Windkanäle: In einem Klimawindkanal kann man überprüfen, wie ein Auto auf extreme Kälte oder Hitze reagiert. Schließlich sollte so ein Fahrzeug überall auf der Welt einsatzfähig sein. Die aerodynamischen Eigenschaften von Raketen oder Düsenjets testet man in Überschall- beziehungsweise Hyperschall-Windkanälen. Dort werden Strömungen mit extremer Geschwindigkeit erzeugt.
Wie du gelernt hast, muss ein neues Automodell vor dem Verkauf einige Tests bestehen. Der Windkanal gehört dabei mit zu den wichtigsten, schließlich möchte kein Autofahrer ein Fahrzeug besitzen mit unnötig hohem Spritverbrauch. Und laute Geräusche bei hohem Fahrtwind nerven bestimmt nicht nur deine Eltern, wenn sie das Auto fahren, sondern auch dich auf dem Rücksitz.

Ein Auto wird in einem Klimawindkanal getestet
Ein Auto wurde gerade in einem Klimawindkanal auf extrem kalte Temperaturen getestet. Bild: Daimler AG

 

Beitragsfoto: Daimler AG

Was uns bei unseren Kinderreporter-Einsätzen erwartet, ist jedes Mal eine große Überraschung. Dieses Mal wussten wir nur eins: Es wird groß – denn es geht ins Mercedes-Benz Werk Wörth, wo LKW hergestellt werden. Passend dazu haben Milena und ich unseren ferngesteuerten Spielzeug-Actros mitgebracht – die großen Lastwagen dürfen wir ja noch nicht fahren.

Schwere Einzelteile für große Fahrzeuge

Wir haben so viel Spaß dabei, mit dem kleinen LKW zwischen den großen Trucks umherzuflitzen, dass wir nicht aufpassen. Der Spielzeug-Truck fährt jemandem gegen den Fuß – keinem anderen als unserem heutigen Interviewpartner Matthias Jurytko, Leiter des Werk Wörth. Der nimmt es mit Humor, hebt den Truck auf und begrüßt uns lachend.

Ich bin ganz überrascht, als Matthias uns erzählt, dass keine zwei LKW, die hier vom Band gehen, genau gleich sind. Es gibt so viele Kombinationen – allein bei den Farben! Wenn jemand einen LKW bestellt, kann er sich ganz genau aussuchen, was er möchte, und der LKW wird dann genau so gebaut. Das stellen Milena und ich uns ziemlich kompliziert vor.

Milena fragt nach, ob die Teile in der Produktion von so großen Fahrzeugen nicht auch besonders schwer sind. Matthias sagt, dass es für die besonders schweren Einzelteile besondere Hilfsmittel gibt, sodass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es bei ihrer täglichen Arbeit leichter haben und nicht so schwer heben müssen. Das ist gut – sonst wäre es sicher sehr anstrengend, einen LKW zu bauen!

Milena und ich packen an

Jetzt haben wir so viel über die LKW-Produktion gehört, jetzt wollen wir es auch einmal aus der Nähe sehen. Ein paar Stationen haben wir ja schon entdeckt, als wir mit unserem Spielzeug-LKW durch die Halle gedüst sind. Aber jetzt kommt ein Mitarbeiter von Matthias, Frederik Neises, der uns alles zeigen und genauer erklären kann.

Mit ihm ziehen wir weiter zu dem Teil am Band, wo die Fahrerkabinen zusammengebaut werden. Aber zuerst begrüßen wir einmal die Mitarbeiter am Band – auf ganz besondere Kinderreporter-Art. Dann zeigt uns Frederik, wie das Cockpit in die Fahrerkabinen eingebaut wird. Wie Milena und ich den Mitarbeitern so zuschauen, bekomme ich direkt Lust, das selber mal auszuprobieren. Ich frage Frederik einfach ganz direkt, ob wir auch mit anpacken dürfen. Und tatsächlich: Unter seiner Anleitung dürfen wir selber ein paar Schrauben festziehen. Das geht mit speziellem Werkzeug ganz leicht.

Vorhin haben wir noch von schweren Teilen gesprochen, jetzt stehen wir vor einer Station mit einem richtig schweren Teil des LKW: dem Rahmenbau. Nachdem der Rahmen lackiert ist, muss er einmal umgedreht werden. Das geht innerhalb weniger Sekunden ganz automatisch. Und auch hier dürfen wir den Kollegen helfen, ein paar Schrauben reindrehen und sogar einen der schweren Rahmen mit einer Fernsteuerung an den richtigen Platz bewegen. Das hat Spaß gemacht!

Kamera statt Spiegel: Cool!

An unserer letzten Station, dem Lackübergabeplatz, steht ein ganz besonderer, ganz neuer LKW. Mir fällt direkt auf, was an diesem anders ist: keine Außenspiegel! Wie kann das sein, der Fahrer muss doch etwas sehen können. Frederik erklärt uns, dass hier Kameras die Aufgabe der Seitenspiegel übernehmen. Der Fahrer sieht auf einem kleinen Bildschirm im Inneren des Cockpits, was die Kameras draußen aufnehmen. Das sorgt für weniger Luftwiderstand – und somit verbraucht der LKW auch weniger Benzin.

Wie cool es wäre, wenn Milena und ich auch in so einem riesigen LKW nach Hause fahren könnten. Wir verabschieden uns von Frederik und winken dem Actros hinterher. Wir freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten Einsatz.

In diesem Video seht ihr, was wir in Wörth alles erlebt haben:

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Traumautos und Auto-Träume

Ich liebe Oldtimer! Deswegen war ich auch super begeistert, dass wir Dieter Zetsche inmitten schicker alter Schlitten begrüßen durften. “Das ist einer meiner schönsten Termine heute!”, sagt er bei der Begrüßung – was Nick und mich natürlich zum Strahlen bringt.

In unserem Video könnt ihr uns übrigens bei unserem Rundgang mit Dieter Zetsche durchs Museum begleiten:

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Er erzählt uns von seinem ersten Auto, einem VW-Käfer, an dem er gerne geschraubt und sogar einmal den kompletten Motor ausgetauscht hat. Das gefällt besonders Nick – sein Traum ist es nämlich, später eine eigene KFZ-Werkstatt zu haben.

Wo wir gerade von Träumen und Traumautos sprechen: Das Auto, vor dem wir stehen, ist “wahrscheinlich mein liebstes Auto überhaupt”, sagt Dieter Zetsche. Ein 300 SL, mit coolen Flügeltüren. Die Optik war jedoch gar nicht der Hauptgrund, warum dieses Auto solche Türen bekommen hat. Das Fahrzeug wird von einem sogenannten “Gitterrohrrahmen”zusammengehalten, der für eine stabile Form sorgt. An den Seiten sind die Streben dieses Rahmens jedoch zu hoch, als dass man normale Türen hätte einbauen können. Also dachten sich die Ingenieure eine praktische Lösung aus: die Türen einfach nach oben öffnen anstatt zur Seite. Nick und ich staunen nicht schlecht.

Antriebe der Zukunft

Dann wird es schon Zeit weiterzuziehen – das Mercedes-Benz Museum hat auf seinem Rundgang ja noch mehr zu bieten als hübsche Oldtimer. Bei meinem einzigen Genius-Einsatz ohne Nick habe ich ein Brennstoffzellen-Fahrzeug aus der Nähe kennengelernt und außerdem wissen wir beide aus der Schule, dass Rohstoffe wie Öl und Benzin irgendwann verbraucht sein werden. Klar, dass wir hierzu einige Fragen haben.

Dieter Zetsche erklärt uns, an welchen alternativen Antrieben bei Daimler geforscht wird: Elektro, Hybrid oder Brennstoffzellenantrieb. Ein Auto mit einem solchen Antrieb steht auch hier im Museum, das NECAR 1. In diesem Auto wird der Strom erzeugt, indem Wasserstoff und Sauerstoff zusammenkommen. Was dabei herauskommt, ist echtes Wasser – das man sogar trinken könnte. Eine faszinierende Technik, die ich von meinem Besuch bei Daimler-Ingenieurin Leoni Pretzel kenne.

Bis es überall Ladestationen für Elektroautos und Wasserstoff-Tankstellen für Brennstoffzellenautos geben wird, wird es wohl noch eine Weile dauern. Eine Infrastruktur aufbauen, so nennt es Dieter Zetsche. Ob das für Nick und mich wohl ganz normal sein wird, wenn wir einmal erwachsen sind und selber Auto fahren?

Silberpfeile in Groß und Klein

Die letzte Station unseres Rundgangs mit Dieter Zetsche macht richtig Spaß, hier geht es nämlich um Motorsport! Das begeistert besonders Nick, der fasziniert ist von allem, was schnell ist. Dieter Zetsche ist übrigens selber ein großer Rennsport-Fan, wie er uns verrät.

Eines fällt uns sofort auf, als wir uns der Kurve mit den Rennautos nähern: Sie haben alle dieselbe Farbe: silber. Nick weiß, dass die Rennwagen bei Mercedes “Silberpfeile” genannt werden – aber warum ist das so? Die Antwort von Dieter Zetsche ist verblüffend: Am Vorabend eines Rennens vor vielen Jahren waren die Fahrzeuge genau ein Kilogramm über dem erlaubten Maximalgewicht. Das Rennteam suchte nach einer Lösung, wie die Fahrzeuge über Nacht leichter werden könnten – und kam auf die Idee, die Farbe abzukratzen, die insgesamt ca. 3 kg wog. Unter der weißen Farbe kam das bloße Aluminium zum Vorschein und das sieht nun mal silber aus. Als die Autos dann auch noch pfeilschnell waren, begannen die Leute, sie “Silberpfeile” zu nennen. Eine tolle Geschichte, die wir auf jeden Fall unseren Freunden erzählen werden!

Leider ist unser Tag im Mercedes-Benz Museum damit auch schon wieder vorbei. Das ging richtig schnell und wir haben so viel gesehen und erfahren! Dieter Zetsche bedankt sich bei uns für unseren Einsatz als Genius-Kinderreporter – und jetzt gibt es sogar eine Überraschung. Passend zu den großen Silberpfeilen, vor denen wir stehen, überreicht er uns jedem einen echten Mercedes-Silberpfeil als Modellauto. Sogar mit Autogramm! Wir freuen uns riesig.

Drei tolle Jahre als Genius-Kinderreporter

Auch wir beide haben uns zu bedanken! Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Daimler, die uns über die letzten drei Jahre eingeladen und unterstützt haben – oder unsere Beiträge gelesen und Videos geschaut haben. Als Genius-Kinderreporter unterwegs zu sein, war eine tolle Zeit! Es gibt für uns bestimmt auch in Zukunft ein Wiedersehen bei Daimler – mindestens bei einem Rundgang durch dieses schöne Museum.

Alle Bilder: Daimler AG

Florian begrüßt mich und zeigt mir, was er vorbereitet hat. In der Radarhalle stehen ein Auto und verschiedene Schautafeln. Damit erklärt er mir, was Radar eigentlich ist und wie das funktioniert.

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Ich kann es mir ähnlich vorstellen wie bei Fledermäusen: Sie stoßen Rufe aus und erkennen anhand des Echos, das zurückkommt, ihre Umgebung. Das ist dasselbe Prinzip wie beim Radar auch – nur dass hier keine Töne ausgestoßen werden, sondern elektromagnetische Wellen. Der Sensor misst, welche Wellen wie schnell zurückkommen und kann so die Umgebung “erkennen”. Solche Sensoren sind auch in dem Auto verbaut, das in der Halle steht.

Ein Roboter malt ein Bild

Mitten im Raum steht etwas, das wie eine große Säule aussieht. Ein Roboter, sagt Florian. Was der wohl kann? Die Roboter, die ich zum Beispiel mit Emma auf der IAA kennengelernt habe, sahen ganz anders aus. Florian drückt einen Knopf und der Roboter fährt los. Langsam und brummend fährt er durch die Halle. Ich schaue ihm gespannt dabei zu, doch wirklich erkennen, was er macht, das kann ich immer noch nicht.

Der Roboter in der Radarhalle hat einen Mercedes-Stern auf den Boden gemalt

Als der Roboter fertig ist, holt Florian einen Ausdruck. Aha, der Radarsensor hat die ganze Zeit mitgemessen, wo der Roboter entlanggefahren ist. Florian fragt mich, ob ich die Form auf dem Ausdruck erkenne. Was für eine Frage! Es sind zwar zittrige Messlinien, aber natürlich verstehe ich auf den ersten Blick, welche Strecke der Roboter gefahren ist. Es ist ein Mercedes-Stern. Der Roboter hat sozusagen ein Bild “gemalt”.

Florian erklärt mir, dass er und seine Kollegen so testen können, wie genau der Sensor in seiner Messung ist. An den Stellen, wo die Linien besonders verwackelt sind auf dem Ausdruck, war die Messung ein wenig ungenauer. So weiß Florian, wo an den Einstellungen des Sensors noch einmal gearbeitet werden muss.

Sicherheit auch im toten Winkel

Jetzt frage ich mich natürlich, wozu das gut ist. Schließlich fahren im Straßenverkehr keine Roboter herum, die Formen auf den Asphalt malen. Jetzt kommt das Auto ins Spiel, das Florian in die Halle fährt. Wir steigen ein und er demonstriert mir direkt, wie diese Technik tatsächlich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgt.

Warnung per Lichtsignal: Wenn das Licht im Seitenspiegel aufleuchtet, wissen die Leute im Auto, dass sich ein Objekt im toten Winkel befindet
Wenn zum Beispiel eine Fahrradfahrerin direkt am Auto vorbeifährt, gibt es einen sogenannten “toten Winkel”. Das ist eine Stelle, an der man sie kurz überhaupt nicht sehen kann, während man im Auto sitzt. Genau in diesem Moment die Tür zu öffnen, wäre sehr gefährlich. Um solche Unfälle zu vermeiden, ist der Radarsensor da. Wir probieren das auch gleich aus: Die Fahrradfahrerin fährt am Auto vorbei, aber bevor ich die Tür öffnen kann, warnt mich das Auto mit einem Signal. Ich bin begeistert! Diese Radarsensorik ist ja richtig nützlich – und total wichtig.

Unsichtbar für den Radar

Und was hat es jetzt eigentlich mit den schwarzen Wänden auf sich? Sie sehen deswegen so aus, weil sie mit speziellen Matten bedeckt sind, die seltsame Zacken und Zipfel haben. Diese Matten schlucken die Radarwellen, sodass der Sensor sie nicht erkennt. So gehen die Ingenieure sicher, dass wirklich nur das vom Radar gemessen wird, was sie auch brauchen.

Eine Frage brennt mir da direkt unter den Nägeln: Kann ich auch unsichtbar für den Radar sein? Klar, auch das würde mit den schwarzen Matten funktionieren. Wenn man sich in ihnen einwickeln würde, könnte der Sensor einen nicht mehr erkennen. Natürlich muss ich das sofort ausprobieren! Lustig sieht es ja aus – aber bequem ist anders…

Alle Fotos: Daimler AG

Ein Auto besteht aus Tausenden von Einzelteilen, die alle während der Produktion zum vollständigen Auto zusammengesetzt werden. Das passiert jedoch nicht alles am gleichen Fleck – verschiedene sogenannte Baugruppen werden jeweils separat zusammengesetzt. So hat man zuerst mehrere größere Einzelteile, die dann zum vollständigen Auto werden. Vieles von dieser Arbeit wird von Robotern erledigt.

Eine Verbindung für immer

Eines dieser größeren Einzelteile ist die Karosserie. Das ist das “Gerüst” des Autos – Fachleute sagen auch “Aufbau”. Es verbindet alle Fahrzeugteile stabil miteinander. Die Einzelteile, aus denen eine Karosserie besteht, kommen aus dem Presswerk. Sie sind relativ schwer und müssen noch zur Karosserie zusammengeschweißt werden – das übernehmen Roboter.

In einem anderen Teil der Fertigungsstraße wird der Motor des Fahrzeugs zusammengesetzt – ebenfalls ein recht schweres Bauteil, das aus vielen Einzelteilen besteht.

Doch ein Motor alleine ist noch kein Auto – ebenso wenig wie eine Karosserie ohne Motor. Was muss passieren? Die beiden Teile müssen zusammenkommen! Und zwar dauerhaft – sie werden fest miteinander verschraubt und in der Regel nie wieder getrennt. Deswegen und weil der Moment so bedeutend ist, haben die Automobilbauer diesem Produktionsschritt einen besonderen Namen gegeben, nämlich Hochzeit.

Begriffe aus der Automobilindustrie für Kinder: Was ist eine Hochzeit? Genius, Genius Wissenscommunity, MINT Bildungsinitiative von Daimler
Die Motoren werden auf einer separaten Fertigungsstraße montiert // Bild: Daimler AG

Auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmt

Heute passiert das Verschrauben von Karosserie und Motor auf der Fertigungsstraße übrigens vollautomatisch. Arbeiter müssen nur eingreifen, wenn etwas nicht funktioniert. Früher musste jedoch alles noch von Hand gemacht werden. Das war ziemlich anstrengend – vor allem, weil die Arbeiter unter der Konstruktion standen und über ihren Köpfen die schwere Montagearbeit verrichten mussten. Dass einem da nach kurzer Zeit Nacken und Arme wehtun, kannst du dir bestimmt vorstellen.

Heute ist das anders: Wo in der Montage Menschen arbeiten, sind alle Geräte so entwickelt worden, dass keine unbequemen oder gar ungesunden Körperhaltungen notwendig sind. “Ergonomisch” nennen Fachleute das.

Emma und Nick als “Trauzeugen”

Dass es in der Automobilindustrie manchmal lustige Wörter gibt, ist auch unseren beiden Kinderreportern Emma und Nick aufgefallen. “Was bedeutet denn Hochzeit?”, fragte Nick beim letzten Besuch im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen den Standortverantwortlichen Michael Bauer. Der konnte die Frage natürlich beantworten – hatte gleichzeitig jedoch eine viel tollere Idee: Er stellte Emma und Nick Ulrike Graze, Chefin der Montage, vor, die die beiden mit in die Produktionshalle nahm. Dort konnten sie die“Hochzeit” live miterleben. Schau dir hier ihr Video an:

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Alle Bilder: Daimler AG

Im Showroom angekommen, staunen wir nicht schlecht, was es hier alles zu sehen gibt. Ganz nah sind die Bänder mit den Karossen, die noch richtig nackt aussehen. Wie in einer Achterbahn werden die Autos in die Höhe gehoben. An jeder Station kommen Teile dazu – Montagelinie heißt das hier – bis am Schluss das fertige Fahrzeug vom Band läuft.

Dann ist es auch schon so weit und unser Interview mit Michael Bauer, dem Standortverantwortlichen, startet. Wir erfahren viel Spannendes von ihm über die Autoproduktion, aber er plaudert auch aus seinem Leben. Er verrät uns, dass er schon als Kind super gerne mit Autos gespielt hat, am liebsten bei seiner Oma auf dem Teppich. Der hatte ein Muster wie eine Straße. Klar, dass er seinen Job im Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen liebt!

Im Showroom erzählt uns Michael Bauer Spannendes aus seinem Arbeitsalltag

Ich möchte wissen, ob die Autos irgendwann auch von ganz alleine zum Kunden fahren werden. Das stelle ich mir witzig vor: Wenn ich groß bin, bestelle ich mir meine eigene S-Klasse und die fährt dann automatisch vom Werk bis vor meine Haustür. Michael lacht und sagt, es bleibt abzuwarten, ob das so passieren wird.

Vom Band bis zum Verladeplatz klappt das heute schon. Er ist sich aber sicher, dass Autos eines Tages tatsächlich alleine auf der Straße fahren werden. Emma und ich nicken – und erinnern uns an den Tag, als wir mit Enrico Wohlfahrth im Lkw mit Highway Pilot mitfahren durften. Hoffentlich dürfen wir bald auch mal in einer selbstfahrenden S-Klasse mitfahren!

Eine Hochzeit in einer Produktionshalle?

Dann fällt mir ein, dass ich immer wieder lustige Begriffe aus der Autoproduktion gehört habe, die auf den ersten Blick doch so gar nicht passen. Besonders die “Hochzeit” interessiert mich. Heiraten hier eigentlich Brautpaare zwischen Karosserien und Motoren?

Michael erklärt, was es damit auf sich hat: Die Hochzeit in der Autoproduktion ist wie im wahren Leben, sagt er: Zwei Teile, die zusammengehören, werden verbunden. Hier sind es Motor und Karosserie, die in diesem Produktionsschritt verschraubt werden. Für die Automacher ist das ein ganz besonderer Moment und daher hat er auch diesen ganz besonderen Namen. Ein Aha-Moment für Emma und mich – wieder etwas Tolles gelernt! Ob das unsere Klassenkameraden wohl auch wissen?

Michael hat eine Idee. Er hat uns erklärt, was eine Hochzeit ist – seine Kollegin Ulrike, die hier Chefin in der Montage ist, kann es uns sogar direkt zeigen! Emma und ich sind begeistert und sagen natürlich sofort Ja. Wir verabschieden uns von Michael und machen uns auf die Suche nach Ulrike.

Mit Ulrike Graze geht es direkt in die Produktionshalle

Und tatsächlich – mit ihr können wir uns den Moment, wenn Karosserie und Motor zusammenkommen, ganz aus der Nähe anschauen, als Trauzeugen sozusagen. Spannend, wie das ganz automatisch funktioniert! Da muss sich niemand mehr umständlich strecken und über Kopf schwere Teile verschrauben. Früher war das noch so, erzählt Ulrike. Puh, das stelle ich mir ganz schön anstrengend vor.

Ganz nah dran an der S-Klasse

Doch es gibt noch mehr Neues zu entdecken, wo wir doch gerade sowieso direkt am Band stehen. Ulrike zeigt uns, wie die Sitze in die Autos verbaut werden. Und auch hier sind wir begeistert, wie alles ineinandergreift und wie jeder Mitarbeiter genau weiß, was er zu tun hat.

Emma möchte wissen, was die Mitarbeiter machen, wenn sie mal um die Ecke müssen. Im ersten Augenblick muss ich über die Frage grinsen, doch sie hat ja Recht! Am Band muss ständig gearbeitet werden. Ulrike erklärt uns, dass es dann einen Kollegen gibt, der einspringt.

Ganz nah dran an der S-Klasse

Anstatt nur neben dem Band zu stehen und uns alles zu erklären, macht Ulrike etwas ganz Tolles: Sie geht mit uns direkt auf das Band. Zwischen glänzenden neuen S-Klassen und den Montage-Kollegen können wir uns alles ganz genau anschauen und überall Fragen stellen, wenn wir etwas genauer wissen wollen. Wir merken Ulrike dabei total an, wie viel Spaß ihr die Arbeit in der Produktion dieser tollen Autos macht.

Ein spannender Tag voller Eindrücke geht zu Ende

Wir könnten noch stundenlang so weitermachen. Am liebsten würde ich mir jeden einzelnen Produktionsschritt genau ansehen! Doch irgendwann geht auch der schönste Tag zu Ende und wir müssen uns von Ulrike verabschieden. Auf jeden Fall sind Emma und ich schon super gespannt, welche Abenteuer wir als Genius Kinderreporter als Nächstes erleben werden!

Schau dir in der Zwischenzeit auf jeden Fall unser Video auf YouTube an:

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Alle Bilder: Genius

Wenn an einem Auto etwas kaputt ist, benötigt man manchmal ein Ersatzteil dafür. Doch auf diese Teile muss man oft lange warten, weil sie nur selten gebraucht werden und daher nicht im Lager vorhanden sind. Oder was macht man, wenn man ein Auto hat, das schon gar nicht mehr produziert wird? Wie kommt man da an Ersatzteile? Mit einem 3D-Drucker ist das kein Problem. Mit so einem Drucker kann man jedes Ersatzteil schnell und einfach herstellen.

Frisch gedruckte Schrauben für die Genius-Kinderreporter

Ersatzteile schnell und einfach gedruckt

Beim 3D-Druck werden dreidimensionale Werkstücke schichtweise aufgebaut. Zuerst wird das benötigte Ersatzteil am Computer entworfen. Die Datei wird dann an den 3D-Drucker gesendet. Viele 3D-Drucker besitzen eine Düse. Diese Düse erwärmt das Material, aus dem das Ersatzteil später sein soll. Das ist meistens Plastik, aber auch aus Metall oder Keramik kann man Teile drucken. Das Plastik wird so weit erwärmt, bis es flüssig ist. Am Ende der Düse tritt dann ein dünner und weicher Faden aus. Nun wird die erste Schicht gedruckt. Ist diese Schicht getrocknet, druckt der 3D-Drucker die nächste Schicht auf die erste oben drauf. Das passiert so lange, bis das Ersatzteil fertig gedruckt ist.

So sieht es aus, wenn der 3D-Drucker Schicht um Schicht zusammenfügt

Aber das ist nicht die einzige Technik, wie man dreidimensional drucken kann. Eine andere Technik des 3D-Drucks ist das selektive Laserschmelzen. Dabei nutzt man das Material in Pulverform. Das Pulver wird auf eine Bauplattform aufgebracht. Ein Laser zeichnet dann die Konturen des Ersatzteils nach. Durch die Wärme des Lasers verschmelzen die einzelnen Pulverkörnchen miteinander. Nun wird die Bauplattform abgesenkt, eine neue Schicht Pulver aufgetragen und der Laser lässt die nächste Pulverschicht mit der ersten Schicht zu einem festen Bestandteil verschmelzen. Diese Technik verwendet man eher bei Metall.

3D-Druck schont die Umwelt

Durch den 3D-Druck können Ersatzteile auch umweltfreundlicher hergestellt werden. Für wenige Ersatzteile müssen dann keine großen Maschinen angeschaltet und durch die schnelle Produktion der Teile mit dem Drucker müssen diese auch nicht gelagert werden. Die Ersatzteile werden einfach vom Kunden bestellt, am Computer designt, gedruckt und sofort verschickt. Bestellt der Kunde weitere Teile nach, sucht man einfach die Datei im Computer und druckt weitere. Außerdem entsteht beim 3D-Druck kaum Müll.

Die Kinderreporter Emma und Nick waren für dich auf der IAA und haben sich mal ganz genau angeschaut, wie so ein 3D-Drucker funktioniert. Sie durften sogar etwas mitnehmen – aber schau es dir selbst an:

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Alle Bilder: Daimler AG

Was kann die neue Generation Roboter anders als die Roboter, die wir schon kennen? Können Ersatzteile auch aus dem Drucker kommen? Wie hilft mir mein Auto, wenn ich abgelenkt bin? Diesen Fragen gehen Emma und Nick in ihrem neuesten Video auf den Grund – in dem sie auch in einem ganz besonderen Transportmittel Platz nehmen. Sei gespannt, was sie während ihres spannenden Messebesuches alles entdeckt haben!

Schau dir gleich ihre Videoreportage an:

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Der Genius Messe-Stand im Smart-Forum

Am eigenen Stand im Smart-Forum warten an allen Messe-Tagen spannende Experimente und ein interaktives Programm auf alle Interessierten. Ob die Genius Themenwand, unsere Video- oder Fotoshow, der mit QR-Codes beklebte smart oder das XL Breadboard – die Stationen machen Lust darauf, mehr über Automobil-Themen zu erfahren und auch selber aktiv mitzugestalten, wie wir in Zukunft unterwegs sind.

Dabei stehen Botschafter und Teamer aus der Genius Community jederzeit bereit, Fragen zu beantworten, Genius genauer vorzustellen oder für die Genius-Themen und die Mobilität der Zukunft zu begeistern.

Tägliches Bühnenprogramm auf der Insight Stage

Während der Publikumstage gibt es täglich Programmpunkte auf der Insight Stage für alle Besucher, natürlich auch für Kinder und Jugendliche und ihre Eltern. Das einstündige Bühnenprogramm von Genius wird die Lebens- und Arbeitswelt der Zukunft abwechslungsreich und spannend in den Mittelpunkt stellen.

Führungen für Schulklassen

Von Montag, 18. September, bis Freitag, 22. September zeigt Genius Schulklassen der Klassenstufe 8 bis 12 in einer einstündigen Führung außerdem besondere Messe-Highlights.

Im Vordergrund stehen dabei die Schwerpunkte vernetztes, autonomes, geteiltes und elektrisches Fahren, aber auch Themen wie Motorsport oder die Paketzustellung der Zukunft lernen die Schüler näher kennen. Einblicke in Umweltmanagement oder 3D-Druck und Robotik runden die Führungen ab.

Und natürlich dürfen auch die beiden Genius Kinderreporter Emma und Nick nicht fehlen.

Was macht ein Vorstand? Wie funktioniert Truck Platooning und ab wann werden LKW auf der Autobahn alleine fahren? Die beiden Genius-Kinderreporter Emma und Nick treffen Dr. Wolfgang Bernhard. Er ist als Vorstandsmitglied der Daimler AG für LKW und Busse verantwortlich. Beim Interview in Stuttgart haben die beiden Reporter sehr, sehr viele Fragen.

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