Ursprünglich wurden Algorithmen schon genutzt, lange bevor es Computer gab, denn das Prinzip war bereits in der Antike bekannt. Rechenwege sind zum Beispiel eine Art Algorithmus. Wenn du auf deinem Taschenrechner die Wurzel-Taste drückst, brauchst du selber nichts zu rechnen, das Ergebnis wird dir einfach angezeigt. Bevor es Taschenrechner gab, wurden Wurzeln mit einem Algorithmus berechnet.

Heutzutage ist der Begriff vor allem im Zusammenhang mit Computersystemen geläufig. Damit ein Computer etwas machen kann, muss er zunächst einmal wissen, was wir von ihm wollen. Wir müssen ihn also programmieren. Das machen die IT-Spezialisten mit sogenannten Quellcodes: Darin erklären sie dem Computer, was sie von ihm wünschen, und geben Anweisungen, was das System machen soll – und zwar möglichst genau. 

Der Quellcode sieht für das ungeübte Auge erstmal wie ein wirres Durcheinander an Zahlen und Buchstaben aus, doch der Computer kann damit etwas anfangen. In diesem Code verbergen sich auch die Algorithmen. Ein Algorithmus ist nichts anderes als eine Folge von Anweisungen, die ein bestimmtes Problem lösen sollen.

Algorithmen und Quellcodes wirken auf den ersten Blick ziemlich kompliziert.

Wie funktioniert das?

Jede Entscheidung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab oder wird davon beeinflusst. Das ist auch bei den einfachsten Entscheidungen so, die gar nichts mit komplizierten Berechnungen zu tun haben.

Wenn du dich zum Beispiel fragst, was du heute essen möchtest, dann musst du ein paar Dinge in diese Entscheidung miteinbeziehen: Was hast du noch zu Hause? Hast du Zeit, noch etwas anderes einkaufen zu gehen – und wie viel Geld hast du dafür zur Verfügung? Was schmeckt dir, was nicht? Lohnt es sich noch, an den Süßigkeitenschrank zu gehen oder rufen dich deine Eltern in einer halben Stunde sowieso zum Abendessen?

Würde ein Algorithmus diese Entscheidung treffen, würde er alle Faktoren zusammennehmen und in jeder möglichen Variante miteinander verknüpfen. Jede Kombinationsmöglichkeit und die Folgen daraus vergleicht er dann mit den programmierten Vorgaben. Daraus berechnet er, welche Antwort am wahrscheinlichsten die beste für dich ist.

Algorithmen treffen Entscheidungen.

Algorithmen sind überall

Das klingt jetzt ziemlich kompliziert? Im Alltag sind an vielen Stellen Algorithmen im Spiel, ohne dass du es bemerkst. Sie können den Alltag erleichtern und uns einiges an Arbeit abnehmen.

Ampeln koordinieren mit Hilfe von Algorithmen an einer Kreuzung, wann welche Ampel umschaltet. Das ist eine wichtige Funktion von Algorithmen, denn es hilft, Unfälle zu vermeiden. Im Textverarbeitungsprogramm am Computer sorgt ein Algorithmus dafür, dass dir Rechtschreibfehler angezeigt werden.

Im Internet sind Algorithmen quasi allgegenwärtig. Bei einer Suchmaschine berechnet ein Algorithmus das Ergebnis, das dir angezeigt wird – je nachdem, wo du dich befindest oder was du besonders oft suchst. Wenn zwei Menschen dasselbe Wort in die Suchmaschine eingeben, können also trotzdem ganz unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Der genaue Algorithmus ist aber geheim, um Manipulationen zu vermeiden.

Firmen und Unternehmen nutzen Algorithmen, um Daten auszuwerten und somit zum Beispiel Werbung im Internet an die jeweiligen Interessen des Nutzers anzupassen. So sollst du beim Surfen nur Werbung angezeigt bekommen, die dich auch wirklich interessiert. 

Ampeln werden durch Algorithmen gesteuert. — Bild: Daimler AG

Auch in der Automobilindustrie sind Algorithmen im Spiel

Das Navigationssystem nutzt beispielsweise Algorithmen, um die kürzeste Strecke zu berechnen: Es kann einen Stau erkennen und die Route dann umplanen.

Auch im Auto selber arbeiten viele Assistenzsysteme mit Algorithmen. Oft ist hierbei von „Intelligenz im Fahrzeug“ die Rede. Fahrzeuge können so zum Beispiel Hindernisse umfahren: Das Fahrzeug erkennt den Straßenrand oder wenn ein Hindernis im Weg ist, der Algorithmus sagt dem Fahrzeug, dass es nicht weiterfahren darf, weil da etwas im Weg ist.

Auch wenn es um autonomes Fahren geht, sind Algorithmen unverzichtbar.

Das Navigationssystem berechnet mit einem Algorithmus den richtigen Weg. — Bild: Daimler AG

Das Internet der Dinge oder Internet of Things, kurz IoT, ist der Begriff für die Entwicklung von intelligenten Gegenständen. Unsere Alltagsgegenstände, wie der Kühlschrank, das Auto oder das Haus sind miteinander vernetzt und können somit untereinander kommunizieren. Kannst du dir das vorstellen? Du schaltest euren Kühlschrank Zuhause auf dem Rückweg vom Sommerurlaub per Smartphone wieder an? Oder: Dein Toaster verweigert dir das Brot zu toasten, weil ein Chip an deinen Sportschuhen ihm signalisiert, dass du heute noch keinen Sport gemacht hast. Verrückt, oder? Aber so sieht die Welt des IoT aus.

Smartwatch
Die Smartwatch: eine Uhr, die mit dem Internet verbunden ist

Notebook, Smartphone, Smartwatch und Siri: Sie alle nutzen wir schon heute ganz selbstverständlich. Diese Geräte gelten als intelligente Gegenstände, auch sie können untereinander kommunizieren. Das Handy übermittelt unseren Standort über das Internet zum Beispiel an Google. Google weiß, wohin du jeden Morgen gehst und denkt sich, dass das dein Schulweg sein könnte. Diese Information gibt Google an dein Handy zurück. Morgens zeigt dein Handy dann an, wie lange dein heutiger Schulweg dauern wird.

Keine Zukunftsmusik

Ihr seht schon, das Internet der Dinge ist schon längst Bestandteil unseres Lebens. Und künftig wird es weiter wachsen: IT-Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der internetfähigen Endgeräte dieses Jahr um rund 31 Prozent auf 8,3 Milliarden erhöhen wird. Bis zum Jahr 2020 sollen geschätzt 13 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden sein. Das sind beinahe doppelt so viele Geräte, wie Menschen auf der Erde wohnen!

Datenspeicher als Gehirn

Chips, Sensoren, Datenspeicher und Softwaresysteme geben Gegenständen im IoT eine eigene Identität – ein Gedächtnis. Sie sorgen dafür, dass Gegenstände Entscheidungen treffen und Informationen austauschen können. Dadurch lernen Dinge und werden immer smarter, also intelligenter.

Realität trifft Virtualität

Ziel des Internet der Dinge ist es, die reale Welt mit der virtuellen Welt zu vereinen. Dadurch soll unsere Welt sicherer, einfacher und wirtschaftlicher werden. Gegenstände werden sich fortan laufend selbst Daten aus ihrer Umwelt beschaffen, um intelligent handeln zu können. Hört sich gut an?

IoT der gläserne Mensch
Der Mensch gibt durch das IoT sehr viele Daten von sich preis

Kritiker bemängeln die Datensicherheit des IoT, denn damit Gegenstände intelligent handeln können, müssen sie enorm viel über uns wissen. Hacker könnten dann ein leichtes Spiel haben, sollten unsere Daten nicht angemessen gesichert sein. Das IoT sicher zu gestalten und vor Hackerangriffen zu schützen, ist die größte Anforderung von uns Menschen an die Entwickler des IoT.

Daimler Trucks

Das IoT beeinflusst nicht nur unseren Alltag sondern auch unsere Arbeitswelt. Eine Vision ist es zum Beispiel, dass intelligente Pakete ihren Weg zum Ziel ganz von selbst finden. Auch Daimler bringt seinen LKW ins Internet. Mithilfe von 400 Sensoren, die Daten aus allen Bereichen des Fahrzeugs sammeln und verwerten, wird aus dem LKW ein smarter Gegenstand.

Benz Trucks
Die drei LKW von Mercedes-Benz sind über das Internet miteinander verbunden / Bild: Daimler AG

Damit soll der Transport radikal verändert werden: Mithilfe der Sensoren können die LKW viel enger beieinander fahren. Dadurch wird Sprit gespart und der Güterverkehr effizienter und leistungsfähiger. Seit 2013 ist diese so genannte Konnektivität fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Weltweit sind über 400.000 Nutzfahrzeuge von Daimler über die Systeme FleetBoard und Detroit Connect vernetzt.

Internet of Everything

Das IoT wird viele Industrien und Branchen nachhaltig beeinflussen. Wissenschaftler sprechen davon, dass die nächste Stufe des IoT das Internet of Everything (IoE) sein wird. Dort werden nicht nur gewisse Gegenstände miteinander verknüpft sein, sondern alle Prozesse, Menschen und Daten zu einem großen Gesamtnetzwerk verschmelzen. Ihr dürft gespannt sein!

 

IT steht für Informationstechnik (Information Technology) und bezeichnet im Groben die elektronische Erfassung und Bearbeitung von Informationen und Daten. In großen Unternehmen, wie beispielsweise Daimler, verbindet sie alle Fachbereiche miteinander – von der Produktentwicklung und dem Design über die Produktion bis hin zu Abläufen im Marketing, Vertrieb, Personal- und Finanzwesen.

IT is everywhere!

Kein Wunder: Durch den rasanten technologischen Wandel in den letzten Jahren spielt die IT mittlerweile eine Schlüsselrolle bei der Organisation von Geschäftsprozessen. Wie ein großes Nervensystem verbindet der Bereich ITM (Information Technology Management) bei Daimler mit über 4.600 Mitarbeitern in über 500 Standorten auf der ganzen Welt die verschiedenen Fachbereiche miteinander.

IT Automobilentwicklung

Erfolg durch Effizienz

Aufgabe der Informationstechnik ist es, alle Prozesse in einem Unternehmen in digitaler Form abzubilden, zu prüfen und gegebenenfalls zu optimieren, damit alles reibungslos und vor allem effizient ablaufen kann. Dafür wurden über 5000 so genannter Applikationen entwickelt. Die Kurzform App kommt dir wahrscheinlich von deinem Smartphone bekannt vor. Applikationen sind nämlich nichts weiter als Anwendungsprogramme, die eine bestimmte Funktion ausführen. Während sie auf der einen Seite ein Spiel, Kalender, Taschenrechner oder Übersetzungsprogramm sein können, sind sie in Unternehmen IT-Programme zum Management der unterschiedlichsten Abläufe.

IT zum Anfassen

Wie sieht IT nun in der Praxis aus? Nehmen wir zum Beispiel das komplett neuartige Mobilitätskonzept „car2go“ von Daimler, mit dem man in der jeweiligen Stadt zu jeder Zeit einfach in einen bereitstehenden Smart einsteigen und losfahren kann.

IT Car2Go

Die Buchung und Abrechnung geschieht dabei vollautomatisch über ein Funksystem. Der verfahrene Betrag wird dann über das Konto des Nutzers abgebucht. Super praktisch, aber ohne ein professionelles IT-System unmöglich.