Das Internet der Dinge oder Internet of Things, kurz IoT, ist der Begriff für die Entwicklung von intelligenten Gegenständen. Unsere Alltagsgegenstände, wie der Kühlschrank, das Auto oder das Haus sind miteinander vernetzt und können somit untereinander kommunizieren. Kannst du dir das vorstellen? Du schaltest euren Kühlschrank Zuhause auf dem Rückweg vom Sommerurlaub per Smartphone wieder an? Oder: Dein Toaster verweigert dir das Brot zu toasten, weil ein Chip an deinen Sportschuhen ihm signalisiert, dass du heute noch keinen Sport gemacht hast. Verrückt, oder? Aber so sieht die Welt des IoT aus.

Smartwatch
Die Smartwatch: eine Uhr, die mit dem Internet verbunden ist

Notebook, Smartphone, Smartwatch und Siri: Sie alle nutzen wir schon heute ganz selbstverständlich. Diese Geräte gelten als intelligente Gegenstände, auch sie können untereinander kommunizieren. Das Handy übermittelt unseren Standort über das Internet zum Beispiel an Google. Google weiß, wohin du jeden Morgen gehst und denkt sich, dass das dein Schulweg sein könnte. Diese Information gibt Google an dein Handy zurück. Morgens zeigt dein Handy dann an, wie lange dein heutiger Schulweg dauern wird.

Keine Zukunftsmusik

Ihr seht schon, das Internet der Dinge ist schon längst Bestandteil unseres Lebens. Und künftig wird es weiter wachsen: IT-Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der internetfähigen Endgeräte dieses Jahr um rund 31 Prozent auf 8,3 Milliarden erhöhen wird. Bis zum Jahr 2020 sollen geschätzt 13 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden sein. Das sind beinahe doppelt so viele Geräte, wie Menschen auf der Erde wohnen!

Datenspeicher als Gehirn

Chips, Sensoren, Datenspeicher und Softwaresysteme geben Gegenständen im IoT eine eigene Identität – ein Gedächtnis. Sie sorgen dafür, dass Gegenstände Entscheidungen treffen und Informationen austauschen können. Dadurch lernen Dinge und werden immer smarter, also intelligenter.

Realität trifft Virtualität

Ziel des Internet der Dinge ist es, die reale Welt mit der virtuellen Welt zu vereinen. Dadurch soll unsere Welt sicherer, einfacher und wirtschaftlicher werden. Gegenstände werden sich fortan laufend selbst Daten aus ihrer Umwelt beschaffen, um intelligent handeln zu können. Hört sich gut an?

IoT der gläserne Mensch
Der Mensch gibt durch das IoT sehr viele Daten von sich preis

Kritiker bemängeln die Datensicherheit des IoT, denn damit Gegenstände intelligent handeln können, müssen sie enorm viel über uns wissen. Hacker könnten dann ein leichtes Spiel haben, sollten unsere Daten nicht angemessen gesichert sein. Das IoT sicher zu gestalten und vor Hackerangriffen zu schützen, ist die größte Anforderung von uns Menschen an die Entwickler des IoT.

Daimler Trucks

Das IoT beeinflusst nicht nur unseren Alltag sondern auch unsere Arbeitswelt. Eine Vision ist es zum Beispiel, dass intelligente Pakete ihren Weg zum Ziel ganz von selbst finden. Auch Daimler bringt seinen LKW ins Internet. Mithilfe von 400 Sensoren, die Daten aus allen Bereichen des Fahrzeugs sammeln und verwerten, wird aus dem LKW ein smarter Gegenstand.

Benz Trucks
Die drei LKW von Mercedes-Benz sind über das Internet miteinander verbunden / Bild: Daimler AG

Damit soll der Transport radikal verändert werden: Mithilfe der Sensoren können die LKW viel enger beieinander fahren. Dadurch wird Sprit gespart und der Güterverkehr effizienter und leistungsfähiger. Seit 2013 ist diese so genannte Konnektivität fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Weltweit sind über 400.000 Nutzfahrzeuge von Daimler über die Systeme FleetBoard und Detroit Connect vernetzt.

Internet of Everything

Das IoT wird viele Industrien und Branchen nachhaltig beeinflussen. Wissenschaftler sprechen davon, dass die nächste Stufe des IoT das Internet of Everything (IoE) sein wird. Dort werden nicht nur gewisse Gegenstände miteinander verknüpft sein, sondern alle Prozesse, Menschen und Daten zu einem großen Gesamtnetzwerk verschmelzen. Ihr dürft gespannt sein!

 

Der weltweite Transport von Waren ist für uns alle extrem wichtig. Sonst gäbe es keine gefüllten Supermarktregale und keine Klamotten in den Läden. Neben Flugzeugen, Schiffen und Zügen, sind es vor allem die Lkw auf den Straßen, die den Warentransport in diesem Ausmaß möglich machen. Diese Kolosse sind für uns unersetzlich: Sie transportieren jährlich rund drei Millionen Tonnen Güter. Und diese Zahl soll sich bis 2050 sogar verdreifachen. Das Problem ist, dass schon heute viele Autobahnen überlastet sind. Und die Umwelt? Auch die leidet. Deshalb wollte Daimler eine Lösung finden, um auch im Gütertransport weiterhin für Sicherheit und Fahrspaß zu sorgen. Eines ist klar: Eine Lösung wurde gefunden. Genius erzählt dir, wie sie heißt und aussieht.

VERBÜNDETER HIGHWAY PILOT

Platooning
Nicht nur vernetzt, sondern auch autonom fahren diese Trucks

Lastfahrzeuge werden nicht mehr als einzelnes Transportmittel wahrgenommen werden, sondern als Teil eines großen Zusammenspiels. Wie bei einem Team werden nicht die Spieler einzeln betrachtet, sondern die Stärke des Teams im Gesamten. Dieses System heißt „Highway Pilot Connect-System“ – oder auch „Platooning“. Esfunktioniert so: Lkw, die auf der Autobahn Güter transportieren, werden mit anderen Lkw auf der gleichen Strecke verbunden. Daher kommt das Wort „Connect“. Diese Verbindung trägt das WLAN. So eine Fahrweise kannst du dir vorstellen wie eine Elefanten-Kolonne. Und was das Spannendste an dem System ist? Die Teamplayer können autonom fahren. Das durften auch unsere Genius-Kinderreporter Emma und Nick schon testen – sie fuhren mit Daimler-Ingenieur Enrico Wohlfarth in einem autonom fahrenden Truck auf der Autobahn.

Platooning
Beim Truck Platooning fahren Lkw vernetzt in Kolonne

WEGGEFÄHRTEN

Wenn ein Lkw auf der Autobahn unterwegs ist und sich ein anderer Lastwagen nähert, verbinden sich die beiden Fahrzeuge über WLAN. Sie geben dem Fahrer ein Signal, dass sie gekoppelt wurden und der„Selbstfahrmodus“ aktiviert ist. Durch ihre zahlreichen Sensoren sind Lastwagen sicher auf der Straße unterwegs, denn sie können sich gegenseitig Signale geben: Bremst das erste Fahrzeug, weiß auch das Zweite, was zu tun ist. Bremsen!Natürlich können die Lkw-Fahrer trotzdem jederzeit wieder das Steuer übernehmen. Aber mal ehrlich: Wärst du der Fahrer, würdest du nicht auch lieber entspannen?

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VORTEILE FÜR MENSCH UND UMWELT

Durch die autonome Fahrweise der Lkw bleibt dem Fahrer Zeit, sich während der Fahrt einfach mal zu zurückzulehnen oder geschäftliche E-Mails zu beantworten. Es gibt aber noch mehr Vorteile, als nur Momente der Ruhe. Die miteinander vernetzten LKW im Platoon benötigen statt 50 Meter Sicherheitsabstand, nur noch 15 Meter. Das ist möglich, da die Technologie im Falle einer Gefahrensituation sehr viel schneller reagieren kann, als die menschlichen Fahrer.

Der verringerte Abstand zwischen den Lkw führt dazu, dass der Luftwiderstand erheblich sinkt. Wie in einer Achterbahn kriegen die hinteren Reihen weniger Luftwiderstand zu spüren. Der verringerte Luftwiderstand führt auch dazu, dass die LKW bis zu zehn Prozent weniger Kraftstoff benötigen und damit auch der CO2-Verbrauch erheblich stinkt. Außerdem werden durch die platzsparende Fahrweise auch Staus vermieden.

AUSBREITENDES NETZ

Wenn es irgendwann möglich ist, nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Lagerhallen, Ankunftsziele und vielleicht sogar Raststätten und Fahrbahnen in das System einzubeziehen, wird der Gütertransport noch effizienter. Daran arbeitet Daimler. Die Ankunftszeit des Lkw wird automatisch an das Ziel übermittelt und die Wartezeiten beim Be- und Entladen können reduziert werden. Dafür ist es notwendig, möglichst global zu denken: Das Platooning-System soll nicht nur bei Trucks aus der eigenen Produktion funktionieren, sondern sich auch auf andere Lkw übertragen lassen.

Platooning
Premiere: Von Stuttgart bis Rotterdam sind die Trucks im Kolonne gefahren

VERSUCH GEGLÜCKT

Hört sich alles super an. Eine kleine Hürde gibt es bei dem Highway Pilot Connect-System aber noch: Es ist rechtlich noch nicht ganz erlaubt. Für autonomes Fahren im öffentlichen Verkehr liegt noch keine allgemeine Genehmigung vor. Trotzdem hat Daimler einen Versuch gewagt: Mit einer Sondergenehmigung schickte das Unternehmen drei über WLAN vernetzte, autonom fahrende Lkw mit Straßenzulassung auf die Autobahn A25. Im Rahmen der „Truck Platooning Challenge 2016“ der niederländischen Regierung fuhren die drei Lastwagen im Verbund von Stuttgart bis nach Rotterdam und erlaubten ihren Fahrern ein einzigartiges Erlebnis. Ergebnis: Die Testfahrt ist geglückt und der Weg in die Zukunft damit bereitet.

 

Bilder und Video: Daimler AG