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Ein großes Farbenmeer

Uni oder Metallic, Sonderfarben, wie ALU Beam, oder matter Lack – die Palette an möglichen Lackierungen ist groß – genauer gesagt: weltweit am größten. Denn auf der ganzen Erde gibt es nur eine einzige Anlage, die auch alle Sonderlackfarben und Mattlacke verarbeitet – und die steht in Sindelfingen. Somit haben die Kunden eine riesige Auswahl. Denn welches Auto gekauft wird, entscheiden sie nicht nur nach technischen Daten, sondern auch nach anderen Gründen.

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Und ab: im Tauchbecken bekommt die Karosserie eine Schutzschicht gegen Korrosion

Und wie kommt nun die Farbe auf das Auto? Nach dem Rohbau wird die Karosserie, also die blecherne Fahrzeughülle, in mehreren Schritten gereinigt. Danach kommt eine Phosphorschicht drauf, damit die Lackschicht besser hält. Und dann wird gebadet – die Karosserien wandern nacheinander in ein Tauchbecken.

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Sieht so aus wie bei Sprühdosen: hier bekommen die Autos den letzten Schliff, den Klarlack.

Von der Unterschicht zur Oberschicht

Nach dem Bad folgen mehrere Durchgänge, um den perfekten Glanz zu erzielen. Das ist so, wie wenn ihr mit einer Sprühdose arbeitet – nur eben um ein Vielfaches größer und automatisch durch einen Computer gesteuert. Übrigens: die einzelnen Schichten dienen nicht nur der Optik. Sie verhindern auch die sogenannte Korrosion, also dass das Blech des Autos rostet und angegriffen wird. Andere Schichten wiederum sorgen für einen Schutz, weil sie die Oberfläche extrem kratzbeständig machen. Das können zum Beispiel Lacke auf Basis der Nano-Technologie.

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Auch innen wird die Karosserie besprüht.

Grob unterteilt gibt es fünf Schichten: nach dem Phosphat kommt eine KTL-Schicht (kathodische Tauchlackierung, gegen die Korrosion), danach die Funktionsschicht, die farbgebende Decklackschicht und zum Schluss der Klarlack. Zwischendrin müssen noch die Blechverbindungen, in die später Wasser eindringen könnte, abgedichtet oder Hohlräume mit Schutzwachs versiegelt.

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Dass die Natur keinen Schaden nimmt, wird genauso kontrolliert wie zum Schluss die Qualität der Autos.

Bunt = giftig?

Ihr könnt euch vorstellen, dass die vielen Anlagen und Roboter sehr viel Energie verbrauchen. Das stimmt! Deswegen wird in der Lackierung einiges getan, um den Energieverbrauch zu überwachen, diesen möglichst gering zu halten und die Umwelt  wenig zu belasten.  Zum Beispiel, indem die Wärme aus der Lacktrocknung wieder fürs Heizen eingesetzt wird, also nicht einfach so ins Freie entweicht. Außerdem werden nur umweltfreundliche Lacke auf Wasserbasis verwendet  und Filteranlagen für die Abluft und ein abwasserfreier Kreislauf setzen in punkto Umweltschutz Standards, damit möglichst keine Schadstoffe nach außen dringen. Denn schließlich gehören die Lackieranlagen in Sindelfingen zu den weltweit modernsten.

Das englische Wort „Trim“ erinnert dich vielleicht an „eine Hecke trimmen“, was also soviel bedeutet wie „zurechtstutzen“. Und das ist gar nicht so weit hergeholt, denn bei Color & Trim geht es darum, ein Automodell in Form, und natürlich auch Farbe, zu bringen.

Dabei stehen Automobildesigner immer wieder vor der Herausforderung, die klassischen Stilelemente und Markenmerkmale von Mercedes-Benz mit neuen und oft kurzzeitigen Trends in Verbindung zu bringen. Das ist nicht anders als in der Mode, nur, dass man ein Auto normalerweise nicht so einfach aus dem Schrank aussortiert, wenn der Look nicht mehr angesagt ist. Mal davon abgesehen, dass die Entwicklung und Produktion eines neuen Fahrzeugmodells auch wesentlich aufwendiger ist. Daher bestehen Baureihen im Durchschnitt 7 – 8 Jahre.

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Die Macht der Farben

Color & Trim entstand bereits in den 1920er Jahren. Ausgangspunkt war der große Verkaufserfolg des Ford A-Modells, dem ersten am Fließband produzierten Automobil. Die Wettbewerber konnten mit den günstigen Produktionskosten nicht mithalten und mussten sich etwas einfallen lassen. General Motors schaffte es jedoch, durch die Auswahl einer großen Farbpalette für seine Automodelle dem nur in schwarz lieferbaren Ford A-Modell Paroli zu bieten.

Bei Mercedes-Benz wurden bis heute schon circa 1800 unterschiedliche Farbtöne für die Außenlackierung eingesetzt.

Was meinst du, welche Farben momentan bei den Autokäufern am beliebtesten sind? Die Auflösung findest du am Ende des Artikels.

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Form & Farbe im Einklang

Bei Color & Trim geht es aber wie gesagt nicht nur um die Außenlackierung des Autos, sondern darum, alle Elemente in einem Fahrzeug in Einklang zu bringen, damit sich der Autofahrer rundum wohl fühlt. Das reicht von der Abstimmung der Außenfarbe mit den verschiedenen Farben im Inneren des Fahrzeugs bis zur Auswahl des Materials für die Sitze und Armaturen, also der perfekten Kombination aus Stoffen, Leder und Holz. Dabei können schon einmal bis zu 36 Monate vergehen, schließlich passt nicht jede Farbe und Oberfläche auch zu jeder Form.

Spezielle Trendscouts sind im Vorfeld auf der Suche nach neuen Farb- und Formtrends. Inspiration für Farb- und Materialkombinationen finden sie dabei natürlich auf internationalen Automobilmessen, aber auch auf Möbelmessen, im Schiffsbau oder in der Mode.

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Markenstil vs. Einzigartigkeit

Letztendlich muss beim Fahrzeug alles stimmen: Optik, Haptik, Eleganz und Ambiente. Aber natürlich darf auch der Wiedererkennungswert der Marke nie verloren gehen, egal ob es sich um einen Kleinwagen oder eine Limousine handelt. Jedes Produkt ist anders, soll eigenständig wirken und dennoch in die Gesamtfamilie passen. Das ist die Herausforderung des Color & Trim Designs.

Und wie versprochen nun noch die fünf beliebtesten Farben bei der Wahl des Autos (2009):

Noch knapp an der Spitze steht Silber bzw. Grau, dicht gefolgt von Schwarz. Auf Platz 3 kommt Blau. Dahinter reihen sich Weiß und Rot ein, die vor allem bei den weiblichen Autofahrern beliebter sind. Welche Farbe sollte denn dein Auto später haben?