Um zu wissen, was ein Erlkönig ist, musst du zuerst einmal wissen, was ein Prototyp ist. Ein Prototyp ist ein Auto, das es so noch nicht auf dem Markt zu kaufen gibt, da es noch nicht ganz fertig entwickelt ist. Bevor Autos regulär zum Verkauf angeboten werden, werden sie intensiv im Straßenverkehr getestet und erprobt. Also werden von den neu entwickelten Autos einzelne Exemplare hergestellt, die man dann testen – und gegebenenfalls weiter verbessern – kann. Das sind die sogenannten Prototypen. 

Spoiler-Alarm: das Problem mit der Geheimhaltung

Aber bestimmt kannst du dir jetzt schon vorstellen, was es hierbei für Probleme geben könnte: Wenn eine Autofirma ihren Prototyp in den Straßenverkehr schickt, kann dieser Prototyp von allen gesehen werden. Das wollen viele Autofirmen nicht, denn sie halten ihre Modelle bis zum offiziellen Verkaufsbeginn geheim – ansonsten ist die Gefahr groß, dass konkurrierende Autofirmen den Prototyp zu Gesicht bekommen und kopieren. Das soll natürlich nicht passieren! 

Und außerdem ist es viel spannender für Kundinnen und Kunden, wenn sie erst bei der offiziellen Vorstellung eines neuen Modells das Auto zum ersten Mal sehen. Das schon vorher zu wissen, würde man bei Filmen und Serien einen „Spoiler” nennen – übrigens ebenfalls ein Begriff aus der Automobilwelt, den wir schon einmal in einem Blogbeitrag erklärt haben.

Die Lösung: ein Erlkönig

Aber wie kann dieses Dilemma gelöst werden? Einerseits müssen Prototypen im Straßenverkehr getestet werden, andererseits sollen sie nicht erkannt werden.
Hierfür hat sich die Automobilbranche eine geschickte Lösung einfallen lassen: Die Autos werden so in Folien, Abdeckungen, Aufkleber und Co. eingehüllt, dass ihre Farben und Designs nicht mehr erkennbar sind. Und genau diese unkenntlich gemachten Autos nennt man Erlkönige. Erlkönige sind also Prototypen, die gefahrlos auf der Straße fahren können. 

Muster und Formen: unterschiedliche Erlkönige

Erlkönige können auf die unterschiedlichsten Arten unkenntlich gemacht werden. Manche Autofirmen bedrucken ihre Prototypen mit wild gemusterter Folie. Die chaotischen Muster einer solchen Folie haben einen ablenkenden Effekt und verhindern, dass man das Design und die genaue Form des Autos wahrnehmen kann.
Andere Firmen wiederum entscheiden sich dazu, ihre Autos nicht nur in Folie, sondern auch gepolsterte Abdeckungen zu hüllen, damit man nicht einmal auf eine ungefähre Form schließen kann.

Du siehst also, Erlkönige sind ganz schön wichtig für die Automobilbranche! Andernfalls könnten Autos nicht mehr so reibungslos im laufenden Verkehr getestet werden. Und wer weiß, vielleicht siehst du ja auch mal einen Erlkönig auf der Straße. Halt einfach die Augen auf.

Was ist eigentlich ein Erlkönig? Blogbeitrag von Genius, der jungen WissenCommunity von Daimler
So oder so ähnlich könnte ein Erlkönig aussehen, wenn du ihn auf der Straße siehst.

Fotos: Daimler AG

Was fällt dir ein, wenn du den Begriff „Erlkönig“ hörst? Bestimmt erst einmal die berühmte Ballade „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe, die auch im Musikunterricht in der Schule behandelt wird. Sie beginnt mit dem Vers „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind“. Kennst du bestimmt! Doch der Begriff „Erlkönig“ hat auch noch eine andere Bedeutung.

Erlkönige sind neue Automodelle – auch Prototypen genannt -, die auf den Straßen Probe gefahren werden. Allerdings sollen sie noch so lange geheim bleiben, bis sie zum Verkauf angeboten werden, damit andere Automobilhersteller nichts abschauen können. Deshalb ist man auf die Idee gekommen, die Autos zum Beispiel mattschwarz zu lackieren und mit Folien zu bekleben, um ihre eigentliche Form zu verstecken. Manchmal werden die Fahrzeuge auch sehr stark verändert, um sie so geheim wie möglich zu halten. Deshalb bekommen sie zum Beispiel die Karosserie des Vorgängermodells angepasst – und nicht ihre eigene. Man will schließlich keine genauen Konturen des neuen Wagens verraten. Doch die schwarzen Platten und Lochbleche, mit denen die Erlkönige bedeckt sind, haben auch ihre technischen Tücken. Denn die Anbauteile müssen, wenn beispielsweise ein Lkw im Windkanal getestet wird, abmontiert werden.

Die Erlkönige sorgen auf den Straßen immer wieder für Aufmerksamkeit, weil sie so anders aussehen als normale Autos. Deshalb gibt es auch viele Fotojournalisten, die sich bewusst auf die Suche nach solchen Prototypen machen. Diese „Erlkönig-Jäger“ versuchen dann, Erlkönige ausfindig zu machen und sie zu fotografieren. Denn für eine seltene Aufnahme bekommen die Fotografen enorm hohe Geldsummen. Die Bilder verkaufen sie deshalb an Fachmagazine oder Zeitungen. Das ist auch der Grund, weshalb Erlkönige wenn sie parken oder einen Unfall haben, immer mit einer Plane überdeckt werden. Denn die Fotografen lauern überall.

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In den letzten Jahren sind – neben den mattschwarzen Autos – auch Erlkönige mit sehr auffälligen Mustern auf den Straßen unterwegs. Bestimmt hast du schon mal so ein Exemplar gesehen. Ihr Erscheinungsbild erinnert an das eines Zebras. Schwarz-weiße Muster in den unterschiedlichsten Formen bedecken das ganze Fahrzeug. Dieses „Stracciatella-Muster“ wurde von zwei Experten von Daimler erfunden. Im Jahr 2008 bekamen die beiden den Auftrag, eine neuartige Lkw-Tarnung zu entwickeln. Schließlich müssen auch Lkws Probe gefahren werden und sollen dabei nach Möglichkeit noch nicht erkannt werden.

Der Auftrag war, ein neues Tarnkleid zu entwerfen, das auffällig und doch unauffällig, leicht und ansprechend ist. Die beiden Experten entwickelten also diese „Tarnfolie“, bei der sie sich von der Natur inspirieren ließen. Und weißt du was? Nicht einmal die „Erlkönig-Jäger“ schaffen es, scharfe Fotos von Autos mit dieser Folie zu schießen. Ihre Kamera fokussiert sich darauf nämlich nicht – somit können sie die echte Form des Wagens nur erahnen.

Die Tarnfolie hat einige Besonderheiten. Sie ist zum Beispiel aus einem Material, das kaum Luftwiderstand erzeugt. Außerdem kann die Folie an jeder beliebigen Stelle zusammengeklebt werden. Man muss die Zeichnung also nicht wie beispielsweise beim Tapezieren aufwendig anpassen. Und natürlich ist es auch von Vorteil, dass die Fotografen die Autos nur schwer ablichten können.

Das schwarz-weiße Muster, das sich „Mimikry“ nennt, ist von dem englischen Begriff „mimicry“ abgeleitet und bedeutet so viel wie „Nachahmung“. Mimikry kommt auch in der Natur oft vor. Es gibt beispielsweise Insekten, die ein schwarz-gelbes Muster haben, jedoch keinen giftigen Stachel besitzen. Durch ihre auffällige Tarnung werden sie oft für gefährliche Wespen gehalten. Das ist gut, denn so werden sie von manchen Vögeln nicht verspeist.

Bei Daimler ist das „Mimikry-Muster“ mittlerweile weit verbreitet. Lkws, Vans und Pkws werden in diesem Schwarz-weiß getarnt. Andere Automobilhersteller fanden das Design sogar so gut, dass sie es nachgemacht haben. Jetzt weißt du also, dass es auch in der Automobilbranche Erlkönige gibt und wie sie aussehen.

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