Autonome Zukunftsbusse, Lkw mit Elektroantrieb und Paketautos mit Joystick statt Lenkrad – auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016 gab es spannende Innovationen zu sehen. Genius-Kinderreporter Emma und Nick waren ganz nah dran an den großen, neuen Zukunftsfahrzeugen. Sie haben sich in der Daimler-Halle in Hannover für dich umgesehen und sich von Experten erklären lassen, wie die Lkw und Busse der Zukunft fahren.

Hier geht’s zu ihrer großen IAA-Videoreportage:

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Elektro-Lkw sind eigentlich ein alter Schuh

Die Idee von strombetriebenen Lastfahrzeugen ist nicht neu. Bereits vor über 100 Jahren – noch vor dem ersten Weltkrieg – wurden Lastwagen, Busse und Postautos elektronisch betrieben. Ab den sechziger Jahren überholten jedoch die Benzin- und Dieselkraftwagen die Elektro-Fahrzeuge in Leistungsstärke, Geschwindigkeit und Kraftstoffkosten, sodass die elektronisch betriebenen Fahrzeuge „in Vergessenheit“ gerieten. Erst durch die vermehrte Umweltverschmutzung und die Debatte um Ressourcenknappheit, rückten auch Elektro-Lkw wieder vermehrt in den Fokus.

Elektromotor
Schon vor einem Jahrhundert wurden Fahrzeuge mit Elektromotoren angetrieben

Auf leisen Rädern durch die Stadt

Bisher sind Elektro-Lkw noch eher selten auf unseren Straßen anzutreffen – das wird sich aber bald ändern. Viele Hersteller forschen momentan an Lastwagen mit Elektroantrieb, einige davon sind auch schon im Einsatz. Aufgrund ihrer begrenzten Reichweite von 200 bis 300 Kilometern sind sie hauptsächlich im städtischen Lieferverkehr unterwegs – wie bei der Müllabfuhr oder der Post. Hierfür sind die Elektro-Lkw sehr gut geeignet, da durch das viele Bremsen im Stadtverkehr so viel Energie wiedergewonnen werden kann, dass der Stromverbrauch nur sehr gering ist. Nur auf längeren Autobahnstrecken steigt der Stromverbrauch natürlich an. Werden die Akkus der Elektromotoren mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen „betankt“, sind sie zudem absolut umweltschonend und emissionsfrei. Im Vergleich zu einem Lastwagen mit Dieselmotor kann ein 40-Tonner innerhalb eines Jahres fast zwölf Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen.

Aber nicht nur die Umwelt; auch unsere Ohren werden geschont. Elektromotoren sind deutlich leiser als normale Verbrennungsmotoren. Mit nur etwa 45 Dezibel hört man das leise Surren des Motors nicht einmal zwischen den üblichen Fahrgeräuschen heraus.

Elektro Lkw
Elektro-Lkw eignen sich heutzutage eher für kürzere Strecken

Daimler geht in die Serienfertigung

Anfang des kommenden Jahrzehnts will auch Daimler mit leichten Lastwagen mit Elektroantrieb in die Serienfertigung gehen. Geplant sind Lkw mit bis zu 26 Tonnen und 200 Kilometern Reichweite. Diese sollen dann im Stadtverkehr eingesetzt werden. Ob Elektro-Lkw irgendwann auch einmal für lange Strecken eingesetzt werden können, ist noch fraglich. Lastwagen sind sehr schwer und brauchen daher viel Energie für die Beschleunigung. Da Diesel im Vergleich zu Batterien jedoch etwa 50 Mal mehr Energie speichern kann, müsste eine Batterie, die genauso viel Energie aufbringen kann, ungefähr so groß sein, wie der Lastwagen selbst. So erklärt das Dr. Wolfgang Bernhard, Daimler-Vorstand für Lkw und Busse den beiden Genius-Kinderreportern Emma und Nick im Interview. Er hält es aber für möglich, zumindest die zehn Prozent der Lkw, die derzeit für den städtischen Verteilerverkehr fahren, in Zukunft elektrisch anzutreiben.

Wie funktioniert eigentlich ein Elektro-Lkw?

Bei den elektrisch betriebenen Lkw fallen Teile wie die Abgasanlage oder der Tank natürlich weg. Dafür gibt es einen großen Batteriepack, in dem der Strom für den Antrieb des Elektromotors gespeichert wird. Um diesen aufzuladen, benötigt man – je nach Größe der Batterie – etwa sechs Stunden Zeit. In der Vorderachse des Lkw befindet sich der Elektromotor, zudem gibt es die sogenannte Elektronik, die den Strom von der Batterie in den Elektromotor leitet – dieser treibt dann über die Achse die Räder an.

 

Bilder: Daimler AG