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Erdbeeren sind im Frühsommer das beliebteste Obst – was davon übrig bleibt, kann man als Biomüll eigentlich noch gut nutzen. (Bild: Photocase)

Futter für den Tank

Obst und Gemüse sind voller Energie – und die sind nicht nur für deinen Körper geeignet, sondern auch für Autos. Natürlich nicht, wenn die Bananen, Äpfel oder Melonen noch frisch sind. Das wäre ja Verschwendung. Denn schließlich gibt es auch so leider schon genügend Lebensmittel, die in den Müll oder in Kompostierungsanlagen wandern. Und dabei geht die darin enthaltene Energie meist ungenutzt verloren. Denn wenn zum Beispiel Obst älter ist und vergärt, kann man daraus Biogas gewinnen. Das ist ein Gemisch, das hauptsächlich aus Methan und Kohlenstoffdioxid besteht. Gewonnen wird Biogas zum Beispiel in einer speziellen Anlage, die in Stuttgart steht. Sie ist Teil eines ganz besonderen Projekts, an dem sich neben Energieunternehmen und Wissenschaftlern von Forschungseinrichtungen auch Daimler mit seinen Experten und Autos beteiligt.

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Viel Technik ist nötig, damit die Spezialanlage Biogas produzieren kann. (Bild: Fraunhofer IGB)

Etamax – das maximale aus Bioabfällen herausholen

Ende 2012 wurde die spezielle Anlage des Projektes EtaMax eingeweiht. Seitdem wird dort fleißig Biogas produziert – allerdings sind Motoren ziemlich sensibel und sie können nicht einfach so damit betankt werden. Denn das Biogas muss eine bestimmte Qualität haben, und entsprechend gereinigt worden sein und der Methananteil erhöht. Das ist nicht ganz leicht zu erreichen, und man muss viel tüfteln, um die richtigen Verfahren und Abläufe zufinden.

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Kaum eine Frucht- oder Gemüsesorte ist das ganze Jahr über in gleicher Menge im Bioabfall zu finden – eine Herausforderung für die Forscher. (Bild: Photocase)

Gurken, Salat oder Orangen machen den Unterschied

Besonders gut geeignet, das wissen die Forscher schon, sind wässrige Bioabfälle mit wenig verholzten Pflanzenteilen. Doch das, was vom Großmarkt zu der Spezialanlage geliefert wird, setzt sich täglich anders zusammen. Mehr Zitrusfrüchte etwa sorgen für einen höheren Säureanteil – dabei brauchen die Mikroorganismen, die die Bioabfälle zu Biogas umsetzen, konstante Umgebungsbedingungen. Um das zu erreichen, haben die Forscher schon eine Lösung entwickelt, die den Biomüll aus einzelnen Behältern perfekt gemischt zu diesen Mikroorganismen gibt. Doch es gibt noch mehr zu tun. Dazu testen die Forscher in den fünf Jahren Laufzeit des Projekts, welche Begleitstoffe im Biogas stecken und wie ein Motor optimal konstruiert und eingestellt werden muss, damit er problemlos läuft. Sie bekommen damit viele Erkenntnisse über Kraftstoffe aus solchen sogenannten erneuerbaren Energien. Und erfahren viel, was für die Entwicklung neuer, gasgetriebener Fahrzeuge hilft. Denn das Ziel ist klar.

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Autos können schon heute mit Gasantrieb fahren – ihr Inneres sieht ein wenig anders aus als das von „klassischen“ Fahrzeugen.

Mehr Bio, weniger Verbrauch

Noch ist der Gasantrieb in Deutschland nicht weit verbreitet. Dabei zeigen die Zahlen, dass sich die Autos für die Umwelt (und im alltäglichen Gebrauch auch für den Fahrer) rechnen. Ein Mercedes-Benz B 200 Natural Gas Drive etwa, der mit Erdgas betankt wird, verbraucht 4,2 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) pro gefahrenen 100 Kilometern. Zum Vergleich: das ist ein Sechstel weniger als bei einem leistungsgleichen Fahrzeug mit Benzinantrieb. Und noch deutlicher wird es, wenn es mit dem noch umweltfreundlicheren Biogas aus der Spezialanlage gefahren wird. Denn dann kann der Ausstoß von CO2 – das in zu großen Mengen schädlich ist für die Umwelt – weiter gesenkt werden, nämlich um satte vier Fünftel. Nahezu CO2-neutral können auch unsere Dauerlauffahrzeuge betrieben werden.

Kennst du eigentlich den Unterschied zwischen Wetter und Klima? Eigentlich ganz einfach: Mit Wetter ist ein bestimmter Zustand der Atmosphäre gemeint, der sich innerhalb kurzer Zeit ändern kann, z. B. Regen oder Sonnenschein. Vom Klima spricht man, wenn ein längerer Zeitraum unter die Lupe genommen wird, beispielsweise 50 Jahre. Man untersucht dann etwa den Durchschnitt von Sonnenstunden oder Niederschlag während dieser Zeit. So kann man z. B. sagen, dass in einer Wüste ein trockenes Klima herrscht, selbst wenn es dort manchmal heftig regnet.

Klimawandel gab’s schon immer

Sicher hast du schon vom globalen Klimawandel gehört und kannst dir vielleicht schon vorstellen, was damit gemeint ist: Von Klimawandel ist nicht die Rede, wenn z. B. ein Ausflug an einem sonnigen Sommernachmittag wegen eines Gewitters ins Wasser fällt! Vielmehr meint Klimawandel die Veränderung durchschnittlicher Wettergrößen, wie Temperatur oder Niederschlagsmengen, über viele Jahre. In der Geschichte der Erde hat es immer wieder Klimaschwankungen gegeben: So gab es z. B. Eiszeiten, in denen es in den meisten Regionen der Erde bitterkalt war. Doch frühere Veränderungen des Klimas gingen meist langsam vonstatten und das Leben konnte sich an die neuen Bedingungen anpassen. Seit einiger Zeit erwärmt sich die Erde jedoch sehr schnell: So stieg die durchschnittliche Temperatur in den letzten 100 Jahren um ca. 0,7 °C und könnte bis 2100 noch einmal um bis zu 6,4 °C steigen, wie Experten errechnet haben.

Der Treibhauseffekt wird zum Problem

Schuld am Temperaturanstieg ist der so genannte Treibhauseffekt: Verschiedene Gase tragen dazu bei, dass Sonnenwärme nicht einfach von der Erde wieder in den Weltraum abgestrahlt wird, sondern in der Atmosphäre bleibt. In Gewächshäusern aus Glas, auch Treibhäuser genannt, wird der gleiche Effekt genutzt, um Nutzpflanzen auch bei niedrigen Temperaturen anzubauen – daher die Bezeichnung Treibhauseffekt. Eigentlich ist der Effekt sehr nützlich. Ohne ihn wäre es auf der Erde sehr kalt und es hätte sich wahrscheinlich nie intelligentes Leben entwickelt.

Doch die Erde ist ein empfindliches System: Durch die schnell steigenden Temperaturen schmelzen Gletscher und Polareis, wodurch der Meeresspiegel steigt. Die wärmere Luft führt auch zu einer Zunahme von Wetterextremen: Stürme, Überflutungen und Dürren machen den Menschen schon heute vielerorts zu schaffen. Ökosysteme im Meer und an Land drohen ebenfalls aus dem Gleichgewicht zu geraten. Steigt die Temperatur so stark wie befürchtet, könnte es für den Menschen auf der Erde in Zukunft recht ungemütlich werden. Doch warum steigen die Temperaturen plötzlich so schnell?

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Gemeinsam den Klimawandel aufhalten

Heute ist sich die Wissenschaft einig, dass der rasante Temperaturanstieg und der damit einher gehende Klimawandel sehr wahrscheinlich durch die moderne Lebensweise in den Industrienationen mit verursacht wird: Schuld ist hauptsächlich das Treibhausgas Kohlendioxid (CO₂). CO₂ ist farb- und geruchlos und nicht giftig. Es wird von Menschen und Tieren in großen Mengen ausgeatmet. Es entsteht jedoch vor allem durch das Verbrennen von Kohle, Öl oder Gas – etwa zur Stromerzeugung oder zum Heizen. Und auch im Straßenverkehr entsteht CO₂ durch das Verbrennen von Benzin oder Diesel im Motor.

Natürlich möchte man den Klimawandel und seine gefährlichen Folgen aufhalten. Das kann gelingen, wenn alle mit anpacken und ihren Teil dazu beitragen, dass weniger CO₂ ausgestoßen wird. So kann jeder einzelne einen Beitrag leisten: Du kannst z. B. Strom sparen, indem du elektrische Geräte nicht nur auf Standby, sondern wirklich komplett ausstellst oder indem du einfach mehr drauf achtest, nirgendwo nutzlos Licht brennen zu lassen.

Auch bei Daimler bemüht man sich intensiv, den CO₂-Austoß von Fahrzeugen zu verringern. Das große Ziel der Bemühungen ist letztlich das emissionsfreie Fahren, also Mobilität mit Fahrzeugen, aus dessen Auspuff keinerlei CO₂ oder andere problematische Gase austreten – oder die gar keinen Auspuff mehr haben!

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