Fata Morgana: Wenn die Straße flirrt

Fata Morgana

An einem heißen und windstillen Sommertag ist weit und breit kein Regen in Sicht. Und trotzdem siehst du da vorne auf der Straße eine Pfütze. Kann nicht sein! Oder doch? Was deine Augen so verunsichert, ist eine echte Fata Morgana. Wie geht das?

Fata Morganas gibt es nicht nur in der Wüste – du siehst sie im Sommer auch, wenn du im Auto auf den Straßen unterwegs bist. Oft kannst du an solchen Tagen auch ein Flimmern knapp über der Straße beobachten.

Wie entsteht Hitzeflimmern?

Die Pfütze und das Flimmern entstehen auf die gleiche Weise. Die Sonnenstrahlen erhitzen den dunklen Asphalt sehr schnell und stark. Dadurch erwärmt sich die Luft darüber und dehnt sich aus. Das bedeutet, sie wird dünner und leichter. Sie steigt an und macht der kühleren Luft unter sich Platz, die ebenfalls ansteigt und so weiter. Zum Teil mischt sich die aufgeheizte Luft aber auch wieder mit der kühleren Luft. Dadurch wird sie wieder schwerer und sinkt ab.

Die Folge ist, dass die Luft nicht gleichmäßig ansteigt, sondern völlig unregelmäßig. Es entstehen verschieden warme Temperaturschichten.

Fata Morgana
Lichtstrahlen und warme Luft verursachen die flirrende Täuschung /Bild: Alberto Loyo, www.shutterstock.com

Das optische Phänomen

Doch dieser unregelmäßige Anstieg und die verschiedenen Temperaturschichten allein verursachen noch nicht das Flimmern. Dazu braucht es noch einen anderen wichtigen Bestandteil – das Licht. Die Lichtstrahlen bewegen sich durch unterschiedliche Dichtebereiche. Die wärmere Luft durchdringen sie besser, als die kühlere Luft. Dazu kommt, dass die Lichtstrahlen an der Grenze zwischen warmer und kalter Luft brechen – und das auch wieder unterschiedlich schnell. So entsteht das „Flirren“ über der Straße.

Die Luftspiegelung täuscht – oder doch nicht?

Manchmal sehen wir aber auch eine Spiegelung auf der Straße, die ähnlich aussieht wie die Wasserspiegelung eines Sees. Über der Straße sind unterschiedlich dichte Luftschichten, das haben wir ja schon festgestellt. Ab und zu reflektiert das Licht – und auf der Straße wird beispielsweise eine Spiegelung des Himmels sichtbar.

Bei einer Fata Morgana in der Wüste passiert dasselbe: Durch die gebrochenen Lichtstrahlen entsteht eine Luftspiegelung. Völlig eingebildet ist eine Fata Morgana daher nie. Das Objekt, das du gespiegelt siehst, ist da. Nur eben oft sehr weit weg und nicht an der Stelle, an der du es sehen kannst.

Fata Morgana
Bei einer Autofahrt an einem heißen Tag kannst du kleine Seen auf der Straße beobachten

Voraussetzung für die Phänomene ist einerseits die Windstille. Bei Wind würde die Wärme weggeblasen werden. Außerdem muss die Fläche, die spiegelt oder auf der es flimmert, heißer sein als die Luft darüber. Du kannst die Phänomene daher auch über einem Grill oder über den laufenden Triebwerken eines Flugzeugs beobachten.

Für die verschiedenen optischen Erscheinungen gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Bei einer Spiegelung spricht man oft von „schwimmendem Asphalt“. Sonst nennt man das Phänomen „Asphaltflimmern“, „Hitzeflimmern“ oder „Asphaltflirren“.

 

Beitragsbild: Galyna Andrushko, www.shutterstock.com
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