Bus Rapid Transit: Sternschnuppen im öffentlichen Verkehr

BRT

Das Olympische Feuer entfacht. In Brasilien beginnt ein Wettkampf, der viele Athleten zu Helden machen wird. Und mittendrin: Gelenkige Langstreckenläufer, die ganz schön viel tragen können. Keine Spieler oder Gewichtheber, sondern Busse. Die Busse des wohl cleversten öffentlichen Transportsystems, das sich Bus Rapid Transit (BRT) nennen darf. Ihre Disziplin ist die „rasche Durchreise“. Das bedeutet ihr Name übersetzt. Sie befördern Sportfans der Olympischen Spiele blitzschnell durch Rio. Doch nicht nur in Südamerika, sondern auch auf allen andern Kontinenten der Welt, flitzen die Mercedes-Sterne durch die modernen Flure.

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In Brasilien fahren Gelenkbusse des Bus Rapid Transit Systems

Das BRT ist alles andere als eine gewöhnliche Buslinie. Welcher Unterschied dir wohl zuerst auffällt, sind die Busse. Die sind irgendwie größer, oder nicht? Und sehen die nicht ein wenig aus wie Züge? Die Idee für das Bus Rapid Transit war nämlich auch, den Zugverkehr auf der Straße nachzuahmen. Mit Bussen. So sollte das neue Transportsystem die Vorteile des Schienenverkehrs nutzen können, aber trotzdem eine Buslinie bleiben. Dieses Konzept hat sich auf der ganzen Welt bewährt. Vor allem in Städten, in denen große Menschenmassen auf eine zügige Beförderung zählen. Wie zum Beispiel die Fans der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Doch was ist außer den Fahrzeugen so besonders an BRT?

Bus Rapid Transit Brasil
Die BRT Busse ahmen Züge nach und sehen aus wie zwei Waggons auf Reifen

BAHN FREI

Wie du weißt, ist es bei Zügen einfacher, Fahrpläne zu erstellen und diese auch einzuhalten. Sie müssen nie im Stau stehen oder sich mit Umleitungen und Baustellen herumschlagen. Und warum? Weil sie ihre eigene Fahrbahn haben –die Schienen. Genau das haben die Busse auch. Sie haben eine separate Fahrspur auf der Straße. Und das ohne teure Schienen bauen zu müssen. Diese exklusiven Busspuren machen sie unabhängig vom übrigen Verkehrsgeschehen, deshalb können sich die Fahrgäste immer auf ihre Pünktlichkeit verlassen. Denn niemand will den Startschuss zum Rennen oder die erste Runde eines Matchs verpassen.

ZIELEINLAUF

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Auf exklusiven Fahrspuren ziehen die BRT Busse am übrigen Verkehrsgeschehen vorbei

Selbst wenn dann doch einmal eine rote Ampel in Sicht ist, verlieren die Flitzer keine Zeit. Sie werden an diesen Lichtsignalanlagen priorisiert – also als wichtiger eingestuft – und vorbei gelassen. Die Ampeln schalten für sie immer auf Grün, es gibt kein Time-Out. Das nennt man „Vorrangschaltung“.

MEHRKAMPF

Nicht nur in Brasilien, auch in Megastädten wie Istanbul oder kleinen europäischen Städten wie Straßburg gibt es dieses Beförderungssystem. Denn für jeden Standort entwickelt Daimler eine individuelle Lösung. Das betrifft sowohl das Verkehrsnetz selbst, als auch die Fahrzeuge. Sie variieren zum Beispiel in der Antriebstechnologie, der Größe und Fußbodenhöhe des Busses, sowie der Gestaltung. So kannst du auf der ganzen Welt ein einzigartiges BRT-System entdecken.

 

Bilder: Daimler AG